Das Restaurant im Landhotel Yspertal wurde uns schon vor einiger Zeit wärmstens empfohlen. Lange dauerte es, bis wir den ersten Besuch starten konnten. Die Öffnungszeiten sind aktuell noch nicht besonders regelmäßig, aktuell gerade von Donnerstag bis Sonntag, mittags und abends, und da wird trotzdem dringend ein Anruf davor empfohlen.

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Unsere Fahrt führte uns von der Westautobahn über die Donauschleuse Ybbs-Persenbeug dann bergauf. Schöne 25 Minuten durch herbstliche Wälder und weite Wiesen bis nach Ysper, wo unser Ziel direkt am Stadtplatz neben der Kirche zu finden war. Von der modernen und mit schönen architektonischen Akzenten ausgestatteten Hotelrezeption geht es rechts in die urige Gaststube. Alte, sehr stimmige Möbel im Stil eines traditionellen alten Landgasthauses. 2 Gasträume und ein extra Raum mit Buffet für die Seminargäste und Samovar mit Sonnentor-Tees sowie eine gemütliche Sofaecke mit einem riesigen Buchregal, wo sich die Gäste während ihres Aufenthaltes bedienen können.

Speisekarte gab es diesmal nicht. Zumindest keine physische. Die Kellnerin stellte sich als sprechendes Menü vor und zählte uns die beiden Suppen (Dinkelfrittatensuppe und eine weisse Karotten-Ingwer-Suppe) sowie die Vorspeise (Erdäpfelroulade mit Pilzfüllung) vor. Die Rindssuppe mit den Dinkelfrittaten  (€ 3,90) war exzellent. Der Kartoffelteig der knusprigen Erdäpfelroulade (€ 6,80) war mild, die Pilzfülle gab eine gute, passende Würzung. Leicht angebraten gab es einen knackigen Touch, obwohl der Teig durch und durch flaumig rüber kam.

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In den Momenten zwischen den Gängen lassen wir unsere Blicke durch die Gaststube schweifen, manch Dinge haben Museumscharakter. Die Grundfesten des Hauses stammen aus dem 17.Jahrhundert, eine schwere Holztraverse ist mit der Jahreszahl 1699 gekennzeichnet. Die alten, renovierten Holztische haben wohl schon viele gemütliche Runden über die letzten Jahrzehnte beherbergt, Die Stars an diesem Freitag Mittag waren dann aber doch die Hauptgerichte. Wir haben dabei beide Varianten ausprobiert. Als vegetarischen Tagesteller gab es Kürbisknödel in Butter mit Parmesan (€ 9,50)

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Als Fleischgericht wurde eine Fledermaus mit Serviettenknödel und Fisolen gereicht. Keine Angst, es handelt sich dabei nicht um gegarte Flughunde – gar aus Transylvanien – sondern um einen saftigen Teil aus der Rinderhüfte. Schön weich, mit Fisolen begleitet, die einen angenehmen Knoblauchkuss erfahren haben. Spannend auch die eingelegten, schwarzen Nüsse dazu. Die freundliche Bedienung erzählte uns nebenbei auch etwas über den Biocharakter der Speisen. Gerade bei den Lebensmitteln ist alles aus organischem Anbau, nur recht wenige Dinge, die man schwer in Bio erhält, werden hier als konventionell gekennzeichnet. In der Getränkekarte, die alle Finessen spielt (Biobier aus Weitra) sind dann auch die diversen Lieferanten der Biolebensmittel namentlich angeführt.

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Elisabeth Haslinger in ihrem Reich (c) Foto Shaohui He

Diethold Schaar, der als Quereinsteiger aus der Medienbranche den Betrieb 2009 übernommen hatte, hat ambitionierte Ziele. 2017 soll das Gasthaus einen regelmäßigen 7-Tage Betrieb aufnehmen, die Vorbereitungen dazu laufen bereits. Seit 2 Jahren hat dann Elisabeth Haslinger die Küche übernommen und sie zur heutigen organisch orientierten Tonqualität geführt. Im Mittelpunkt der jeweiligen Menügestaltung stehen besondere Gemüsesorten und Raritäten aus der Region, kombiniert mit hochwertigem Bio-Fleisch seltener Rassen.

Im Landhotel Yspertal lässt es sich aber nicht nur vorzüglich speisen, das Hotel bietet auch schöne Zimmer und Seminar-/Tagungsmöglichkeiten für bis zu 100 Personen an. Besonders hervorheben mag der Betreiber auch die Familienfreundlichkeit des Betriebes. Ein spannendes Veranstaltungsprogramm über alle Jahreszeiten rundet das Gesamtkonzept im Landhotel ab.

LANDHOTEL YSPERTAL

A-3683 Yspertal, Ysper 1
Telefon: +43 7415 72 18
Telefax: +43 7415 72 18-49
Mail: info@landhotelyspertal.at