Im Mostheurigen Köglerhof in der Koglerau trifft beste regionale Küche auf authentisches Engagement in Sachen Bio und Nachhaltigkeit. Eine Empfehlung.

© Manuel Fronhofer

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Ganz in der Nähe von Linz, in den idyllischen Hügeln des Mühlviertels gelegen, lässt sich der Köglerhof von der Landeshauptstadt aus gut im Zuge einer Wanderung erreichen: entweder über den Pöstlingberg oder am Donauufer entlang bis Puchenau und dann weiter am sogenannten Kreuzweg. Nach zwei, drei Stunden am Koglerauer Spitz angelangt, sollte man sich erst einmal mit dem eindrucksvollen Donaublick belohnen, der einem hier, auf 685 Metern Seehöhe, geboten wird, ehe es zur verdienten Stärkung in den gleich darunter liegenden Köglerhof weitergeht.

Man kann natürlich auch motorisiert anreisen – aber je größer der Hunger, desto mehr von den angebotenen Köstlichkeiten haben dann auch Platz.

© Manuel Fronhofer

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Bekocht wird man im Mostheurigen der Familie Bauernfeind jedenfalls vorzüglich. Nicht zuletzt dank bestem Ausgangsmaterial: Die Produkte stammen aus der eigenen Bio-Landwirtschaft oder von gleichgesinnten Betrieben aus der Region.

Dass das Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit im Köglerhof damit aber nicht aufhört, zeigen die Bemühungen der Familie, ihren Betrieb energieautark zu führen – Fotovoltaik, Wärmerückgewinnung und eine aus dem eigenen Wald befeuerte Hackschnitzelheizung machen es möglich. Ladestation für E-Bikes und einen Bio-Laden im Untergeschoß des Hauses gibt es auch.

© Manuel Fronhofer

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Doch zurück zum Essen: Während die Sonne kurz vor dem Untergehen groß und rot durch die Glasfront des modern eingerichteten Lokals hereinlugt, kommen die Vorspeisen auf den Tisch. Die Rindssuppe mit Grießnockerl (€ 4,20) überzeugt, gerade weil sie nicht so aufdringlich gewürzt ist, wie man es oft erlebt. Das setzt die herrlich mürben Nockerl geschmacklich gut in Szene. Die Karotten-Ingwer-Suppe (€ 3,90) gibt sich frischer, fruchtiger als gängige cremige Varianten. Und wesentlich leichter auch. Ihre Zutaten schmeckt man dabei wunderbar heraus.

© Anna Weszelits

© Anna Weszelits

Ganz allgemein wird in der Küche der Lisi Bauernfeind sehr bewusst mit Gewürzen umgegangen. Den verarbeiteten Lebensmitteln lässt das mehr Raum, ihren eigenen Geschmack zu entfalten. Das zeigt sich auch bei den Leinölerdäpfeln mit Salat (€ 7,40) und beim gebratenen Kürbis mit Kartoffeln und Gemüse (€ 9,20) – beides ausgezeichnet, befindet die vegane Hälfte der Testesser, für die man im Köglerhof nach vorheriger Anfrage sogar spezielle Gerichte abseits der Speisekarte zubereitet hat.

© Werner Schröttner

© Werner Schröttner

Bei den tierischen Hauptspeisen gibt’s ähnlich positive Reaktionen: Die sehr gute Forelle mit Salbeibutter (€ 15,20) besticht mit zartem Fleisch und knuspriger Haut. Dazu serviert man gedünstetes Zucchinigemüse und einen schönen Beilagensalat (Karotten, Radieschen, Tomaten, diverse Blattsalate und ein feines Dressing).

© Manuel Fronhofer

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Zur geschmorten Lammschulter (€ 14,80) im wunderbaren Saft mit glasig-gegarten Zwiebeln kommen Erdäpfel, Halmrüben, weiteres Gemüse und frische Kräuter auf den Teller. Auch wenn das Fleisch ein bisschen weicher sein hätte können: geschmacklich ganz weit vorne und keinesfalls so deftig-schwer, wie man befürchten möchte.

© Manuel Fronhofer

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Zum Abschluss natürlich noch eine Nachspeise – oder mehrere: Der Apfelstrudel (€ 5,20), extra für die veganen Esser zubereitet und auch mit (nicht-veganer) Vanillesauce zu haben, ist fast so gut, wie man ihn von Oma in Erinnerung hat. Ein Gedicht, danke dafür! Aber auch die Buchtel mit Zwetschkenmarmelade und Vanillesauce (€ 4,20) besticht. Flaumig-weich, geradezu fluffig – wie eigentlich alles: sehr gelungen.

© Manuel Fronhofer

© Manuel Fronhofer

Dass das Essen gut schmeckt und super ausschaut, liegt nicht nur an den Blumen, die immer wieder auf die Teller dürfen. Man merkt, dass hier mit Herz und Überzeugung nachhaltig gekocht und gewirtschaftet wird. Bei fairer Preisgestaltung noch dazu – vor allem in dieser hohen Qualität, auf die man sich bei Lisi und ihrem Mann Klaus Bauernfeind verlassen kann.

© Manuel Fronhofer

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Übrigens: Wer nur zur Jause vorbeischaut, hat ebenfalls Köstliches zur Auswahl – vom Butterbrot mit Tomaten und Radieschen (€ 2,90) bis zum Schafkäsegupferl mit Kernöl und Bündnerfleisch (€ 8,20). Und sollte man mal außerhalb der Öffnungszeiten in der Nähe sein, lässt sich zumindest noch der Ausblick auf der Terrasse des Lokals genießen – dank Selbstbedienungskühlschrank dazu auch das eine oder andere Glas Most oder Fruchtsaft. Im Köglerhof natürlich aus eigener Produktion.

Köglerhof 
4040 Gramastetten, Am Großamberg 7, +43 7239 52 56
Donnerstags und freitags von 17 bis 22 Uhr geöffnet, samstags von 14 bis 22 Uhr