In Altenfelden, mit dem Auto etwa 40 Minuten nördlich von Linz, liegt der Biohof Kleebauer. Es fällt nicht ganz leicht, diesen Betrieb zu klassifizieren, fast könnte man meinen, bei diesem Betrieb handelt es sich um eine „eierlegende Wollmilchsau“. So viel in einem an einem so wunderschönen Plätzchen: Hotel, Restaurant, Landwirtschaft, Hofladen und dann noch die Grillschule, alles da was man braucht.

Der Kleebauerhof vor der idyllischen Mühlvierter Hügellandschaft (c) Kleebauernhof

Michael Schmid holt für veranwtortungsvollen Genuss die Kohlen aus dem Feuer und lässt nichts anbrennen. Auch wenn es um eine kreislauforientierte, systemische Landwirtschaft geht. Der gelernte Brandsachverständige hat die erste biologische zertifizierte Grillschule Österreichs eröffnet.

Das Team am Kleebauer-Hof: David Lindorfer, Eveline Mittermayr, Michael Schmid (vlnr) (c) Philipp Braun

Der Platz in Niederneukirchen wurde etwas zu eng, also entschlossen sich Schmid und seine Lebensgefährtin Eveline Mittermayr, den Kleebauernhof in Altenfelden zu pachten. Etwas abseits vom Ortskern gelegen, fügt sich der stattlicher Vierseithof in die hügelige und malerische Landschaft des Mühlviertels und bietet den perfekten Rahmen für ein nachhaltiges Hofprojekt: Restaurant, Grillschule, Landwirtschaft, Hotel und Biokosmetik verschmelzen unter einem Dach und begeistern Genießer.
Verarbeitet wird alles. Von der Backe bis zum Schlepp. Entweder in der Grillschule oder im Gasthaus an vier Tagen die Woche, wenn der engagierte Küchenchef David Lindorfer das ganze Tier zu Speisen verfeinert und dem kulinarischen Ruf des Mühlviertels folgt.

Zum Start die Leberknödelsupper (c) Philipp Braun

Die  Rindsuppe mit Milzschnitten und flaumigem Leberknödel (4,30 Euro) strotzt voller Kraft. Das Carpaccio mit Rapsölmayonnaise und eingelegten Senfkörnern präsentiert sich elegant und nobel im Geschmack. Beef Tartar wird harmonisch gewürzt und spielt mit dem süßlich sauren Aroma der eingelegten Zwiebeln und der Cremigkeit des Dotters (10,50 Euro).

Das Pendant zum gegrillten Fleisch: Beef Tartare (c) Philipp Braun

Wer das Mühlviertel schmecken will, kommt nicht umhin, von den Mühlviertler Tascherl (12,30 Euro) zu probieren. Deren Innenleben glänzt mit knusprigen und cremigen Grammeln und findet im fein abgemachten Mostkraut den kongenialen Partner. Freilich gibt es nicht nur Fleisch. Forellenfilet mit Kartoffelpolster (16,80 Euro), gebeizte Forelle mit Auberginencreme oder Urkorntaler mit Roten Rüben Püree sind alternativ zu allem Fleischigen zu empfehlen.

Beim Kleebauer kommt auch Fisch auf den Teller (c) Philipp Braun

Bevor man eine Wanderung durch die Hügeln des Mühlviertels antritt sind luftige Topfenknödel (6,80 Euro) oder Schokokuchen ein Muss. Für Wanderer gibt es unter anderem eine köstliche Jausenkarte mit selbstgemachten Würsten und Speck. Oder man grillt sich seine Fleischstücke in der Schule selbst. Im Innenhof bestaunt man mehr als 20 verschiedene Griller. Herzstück ist der moosgrüne Keramikgriller mit Golfballstruktur. „Damit kannst du alles machen. Sogar Torten backen“, erklärt Schmid, der aber genauso vom Braii entzückt ist. „Man sieht die Glut, es ist gesellig und die Leute sammeln sich davor.“

Michael Schmid grillt die besten Teile, und das in Bio (c)Volker Weihbold

Egal wie die Wahl ausfällt. Das beste Fleisch muss nach dem Grillen rasten. Und bei der Zeit kennt Schmid keine Kompromisse. Sowie bei den eigenen Rindern und Schweinen, die ihre Zeit bekommen, um langsam heranzuwachsen. Genuss geht eben nicht nebenbei, und wenn man schon ins pittoreske Mühlviertel fährt, dann soll man auch die Seele baumeln lassen. Der Kleebauerhof lädt dazu ein.
Gasthaus Kleebauer  4121 Altenfelden, Mairhof 5
Tel.: 07282 / 56 3 56 Do., Fr. und Sa., ab 17.30 geöffnet