Der Augsburger Markt liegt mitten im Stadtzentrum der Fuggerstadt. Mit Sicherheit kein Platz, den man mit Auto zum Einkaufen erreicht, aber zentral mit allen wichtigen Linien erreichbar und auch direkt an einem Radweg. Wir haben unsere Räder direkt am Eingang abgestellt und wollten mal den Bioanteil und das regionale Angebot hier checken. Auf dem Gelände einer ehemaligen Tabakfabrik entstand hier 1930 der Augsburger Zentralmarkt, der erstmals alle verschiedenen Marktgeschäfte auf einer Fläche von 10,000 m2 zusammenfasste. Im Februar 1944 wurde der Zentralmarkt fast zur Gänze zerstört, der Wiederaufbau dauerte 9 Jahre.

marktsonntag-stadtmarkt

Im Freibereich gibt es eine große Anzahl an Obst- und Gemüseständen, aber sowie auf den meisten stationären Märkten einen immer größeren Anteil an Gastronomie. Denn gerade im geschlossenen Bereich eines Marktes lässt es sich gemütlich sitzen, entspannen und andere Menschen beim Einkaufen und Flanieren beobachten. Auffällig für uns vor allem ein österreichisches Lokal, deren Betreiber wohl noch den Wiener Dialekt innehaben, den Schmäh – und damit ein schönes Stück typisch österreichischer Freundlichkeit mit einem Augenzwinkern- verloren haben. Im Sortiment vor allem österreichische Supermarktware zu verdoppelten Preisen – was qualitativ aber jetzt nicht unbedingt ein Minus sein mag.

_DSC0024Es gibt auch einige Happen zu essen, vom Backhenderlsalat bis zum Kaiserschmarren. Aber halt nicht das, was wir auf diesem Markt suchen. Unter den Marktständen im Freibereich finden sich zwei reine biozertifizierte Geschäfte: La Natura mit Bio-Feinkost und Emma’s Bio, wo es vor allem Obst gibt. Ein Riesensortiment an Süd- und exotischen Früchten. Alle in Bioqualität aber natürlich mit hohem Transportaufwand verbunden – abseits von Saisonalität und Regionalität. Bei La Natura sitzt eine ältere Dame und strickt. Neben der Bio-Feinkost bietet sie auch selbstgestrickte Kinderkleidung an. Sehr lieb.

_DSC0014-1

In der Nebenzeile haben sich vis a vis der Viktualienhalle einige Bäcker mit kleinen Läden aufgefädelt, darunter auch der feine Biobäcker Schubert, der mir von ortsansässigen schon sehr empfohlen wurde. Das große Steinofenbrot mit 1,5 kg wird mit den Attributen 100%Bio, vegan und lactosefrei um € 6,79 im Angebot verkauft, wir haben aber lieber eine Topfengolatsche/ Quarktasche um € 1,45 genascht. Lecker war die. Unweit von hier auch eine Filiale der Hofpfisterei mit ihren Öko-Backwaren.. In der Viktualienhalle selber dominieren griechische Importstände mit imposantem Sortiment. Doch auch dort gibt es einen Biostand mit vielen Produkten aber auch Naturkosmetik und Hygieneartikel. Zentral in der Mitte des Augsburger Marktes befindet sich die Fleischhalle: Viele Imbiss-Stände, aber auch ein bisserl wie eine Trinkhalle anmutend. Guter Sammelpunkt für Tschecheranten. Hier in der Fleischhalle gibt es auch einen Biometzger. Der Mödl ist ein Ecolandbetrieb und für bewusste Konsumenten ein wahrer Lichtblick in der Halle.

Auf dem großen Platz vor dem Stadtarchiv findet Montag bis Samstag von 7.00-14.00 Uhr auch der Bauernmarkt statt, mit zahlreichen Produkten aus der Region. Am hohen Turm in der Marktmitte kräht periodisch ein blechener Hahn. Er klingt rostig und alt. Der Markt selber ist da weit erfrischender und das soll auch so bleiben.

Logo-Stadtmarkt

Stadtmarkt Augsburg, zwischen Fuggerstrasse & Annastrasse Mo-Fr 7.00-18.00 Uhr, Sa 7.00-14.00 Uhr