Was als Initiative der Agenda Josefstadt zur Gestaltung des Lebensraum Lange Gasse begann, wurde zur samstäglichen Institution: Ein Bio- und Spezialitätenmarkt im Herzen der Wiener Josefstadt.

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Die Lange Gasse als Verbindung zwischen Alserstrasse und Lerchenfelderstrasse ist trotz ihrer Schmäle eine hochfrequentierte Strasse. In den 80ern und 90ern war die Gegend rund um die Florianigasse wohl das heisseste Ausgehpflaster für Studenten dieser Stadt: Hexenkeller, Tunnel, Miles Smiles, Cafe Lange, Cafe USW, Merkur haben die Wohnzimmer unserer Nächte geheissen und die gastronomischen Highlights waren Vorarlberger oder Kärntner „Bierimporte“ sowie Chili Con Carne und überbackene Brote. Saurer Apfel und Pfirsichspritzer hab ich wohlweislich verdrängt. Der Großteil dieser Lokale besteht noch heute, die Studentenszene hat sich aber mehr auf die Gegend rund um Naschmarkt und Mariahilferstrasse verlagert.

Die Josefstadt ist zu einem der beliebtesten, aber auch teuersten Wohnbezirke der Stadt geworden. Nur wenige Schritte ins Zentrum, schöne kleine Geschäfte und eine lebendige Kulturszene. Was aber lange fehlte ist ein feiner Markt, wo das vornehmlich grün angehauchte Klientel auch feine Waren, am liebsten direkt vom Produzenten kaufen kann. Auf Initiative der Agenda Josefstadt entstand im Frühling 2014 dann der kleine Markt in der Langegasse. Vor dem aus Ödon von Horvath’s Geschichten aus dem Wienerwald bekannt gewordenen Haus tummeln sich seit damals etwa 10 bis 12 Bio- und Spezialitätenanbieter. Das bietet den Anrainern im Grätzel nicht nur eine gute samstägliche Einkaufsmöglichkeit, sondern belebt auch die Gasse. Auch die Kommunikation funktioniert hier besser als in einem leblosen Supermarkt zwischen Einkaufsradio, Neonbeleuchtung und Scanner-Kassen.

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Beobachtet man die Standler und die Kunden, so wird gerne geplaudert. Man sieht viele Kinderwägen und Gäste, die mit dem Fahrrad kommen. Nicht einmal 1 km vom Wiener Rathaus entfernt entwickelt sich hier beinahe dörfliche Atmosphäre. Neben klassischem Biosortiment an Gemüse, Obst, Getreide und Brot gibt es einige Spezialitätenstände. Ersteres wird von Bersta abgedeckt, einem Waldviertler Bio-Großhandel, der aus der ersten Biobauern-Genossenschaft des Landes hervorgegangen ist.

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Neben dem Wiener Honig steht auch gleich Christine Rabanser von Bröselkeks . Hätte ich mich nicht schon mit Waldvierter Maunzenden eingedeckt, dort hätte ich es gerne bröseln lassen. Die gebürtige Südtirolerin rollt oder schneidet ihre Teige in Keksformen.

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Vis a Vis gibt es den Stand von Biofisch. Wie auch am wöchentlichen Biomarkt auf der Freyung werden hier die Biofische aus dem Waldviertel sowie ein Sortiment an Biolamm und -geflügel angeboten. Dazu gibt es immer wieder warme Imbisse wie zB Fischsuppe.

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Im letzten Herbst gab es Probleme ob der Autofahrer, die sich für die paar Stunden um ihre Stammstrecke geprellt fühlten. Die Sperre der Lange Gasse für den Samstag wurde heftig kritisiert, schlussendlich ist der Weiterbestand dieses tollen Marktes aber gesichert.

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Mittlerweile von den Asphaltpiraten organisiert, belebt der Markt die Gasse nachhaltig, so siedeln sich neben den existierenden affinen Läden (GEA/Waldviertler, das Lange etc) auch neue Shops an.

Bio- und Spezialitätenmarkt Lange Gasse (zw.Josefstädterstr. und Pfeilgasse ca Höhe Nr.29)

jeden Samstag von 9.00 – 15.00 Uhr

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