Mödling scheint eine sehr lebenswerte Stadt zu sein. Nette Geschäfte an allen Ecken und der Biosupermarkt PlanBio, wegen dem ich gerne den Weg aus Wien rausfahre. Diesmal nütze ich meine Mittagspause aber zu einer Radtour in die Kochkiste.

Aus Wien ist es gar nicht weit in die Stadt in der Themenregion. Mit dem ÖBB Wiesel gerade eine Station zu 4 Minuten ab der Stadtgrenze, mit dem Fahrrad fahre ich die die 8 km in einer knappen halben Stunde. Und der Fahrtwind am Rad macht die 30°C Aussentemperatur weit angenehmer als ich  die Temperatur in den Öffis und als Fussgänger fühle. Eigentlich ein Tag, an dem viele erst am Abend richtig essen. Das mag ich aber auch nicht, hab mich heute aber für die Kochkiste entschieden, denn was vegetarisches oder ein leichter Salat passt da auch super. Und mit dem kleinen Radausflug kommt ein wenig Bewegung in den sonst so sitzenden Büroalltag.

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Die warme Jahreszeit ist eigentlich ideal für dieses kleine Lokal (daher wohl auch der Lokalname). Während drinnen grad maximal 8 Leute an Stehtischen und Hockern um die kleine Küche sitzen können, gibt es im Schanigarten 16 Sitzplätze an kleinen Heurigengarnituren. Viel von den Essen geht daher auch über die Theke und Gäste nehmen es mit heim oder an den Arbeitsplatz. Das Publikum ist wirklich sehr gemischt. Über 100 Portionen sollen laut Besitzerin Monika Miedler täglich verkauft werden, die Mischung ist schwer einschätzbar. Ich sehe junge Mütter mit Kinderwägen, die sich ihren Mittagstisch einpacken lassen, Pensionistinnen die am Nebentisch über ihrem Salat über Gott und die Welt plaudern und Anrainer, die sich schnell was zum Essen holen. Jeder bleibt ein paar Sekunden an der grossen Tafel stehen, die tagtäglich das Speiseangebot preisgibt.

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Monika Miedler kocht bewusst nur vegetarisch, obwohl sie das Thema nicht so dogmatisch sieht und ab und an auch einmal Fisch isst. Aber es ist einfach bekömmlicher und auch ökologisch vertretbarer, meint sie, die täglich mit ihrem kleinen Team in der Kochkiste steht.

Mein kleiner Mittagsteller um € 5.20 (Rohrerdäpfel mit Blattspinat und Minz-Tsatsiki) war wunderbar, dazu habe ich mir auch noch einen kleinen Salatteller (€ 5,20) genommen. Für Bioqualität und – das muss ich vorausschicken – das Geschmackserlebnis – ein durchaus fairer Preis. In beiden Fällen gibt es auch eine Maxivariante für € 8,20. Sehr super auch, daß es viele Gerichte gibt, die mit dem Vegan-Zeichen versehen sind und ethisch orientierten Essern die Entscheidung vereinfachen.

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Mein Hauptgericht war ideal, die Erdäpfel zum niederknien und der Spinat eine ideale Ergänzung, vor allem wenn man das geschmackige Minz-Tsatsiki einbezieht. Vom kleinen Salatteller werde ich in Zukunft vom Zucchini-Salat Abstand nehmen, der war mir zu bitter und unpassend, alles andere war eine ideale Ergänzung oder gerade in der warmen Jahreszeit als eigenständiges Gericht durchaus passabel. Bei Salat wird hier natürlich weiter gedacht. Es geht nicht nur um Blattsalate, Paradeiser und Dosenmais … nein im Gegenteil. Um € 5,20 für den Teller bekommt man tolle Kombinationen aus Linsen, Erdäpfeln, Karotten und viel mehr. Was trinken wir? Von der Chefin wird vor allem die hausgemachte Limonade empfohlen, und im Nachhinein bereue ich nichts.

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Eigentlich ist jetzt der Punkt wo man sagt: Es ist heiß, essen wir lieber am Abend …und überhaupt. Dann geh ich wieder hinein an die Theke und vor mir steht diese wunderbare Auswahl an Kuchen und Glückskugeln. Beim hausgemachten Dinkelkuchen (diesmal mit Kirsche) war gerade noch ein Stück da. Und das war gut so …. Der war so genial, daß ich trotz Hitze ins Unmäßige abgleiten hätte können. Ich bitte meine Begeisterung zu entschuldigen, aber wenn einmal was gut ist, dann ist es auch gut.

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Das Problem bei Bio- oder Vollkornmehlspeisen ist halt oft die Optik. Kein Schlagobershäubchen aus der Dose? Kein Convenience-Marzipantaler on Top? Vergiss es! Probier den Kuchen und tauch ein in die Welt von wirklich guten Bio-Mehlspeisen! Respekt an die Herstellerinnen.

Bio und Nachhaltigkeit geht in der Kochkiste aber noch weiter. Die Servietten sind aus Recycling-Papier, auch im Hygienebereich finden sich nur Bioreinigungsmittel. Wenn ein großer Teil der Speisen über die Gasse geht, wie wird denn das gemacht? Vorderhand gibt es Glasboxen zu erstehen, die man für den wiederkehrenden Fall des Mittagessenszukaufs verwenden kann, aber auch für die sparsameren gibt es praktische Alternativen:

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Gäste, die kein geeignetes Behältnis für ihren Mittagstisch dabei haben werden mit Material aus der Kochkiste versorgt. Die Saucenschüsseln zum Beispiel sind aus Maisstärke, die Hauptspeisenbehälter aus Abfallprodukten aus der Zuckergewinnung. No Plastics, yeah.

In der Kochkiste – in der generell Selbstbedienung herrscht – gibt es auch eine kleine Auswahl an Bioprodukten in den Regalen zum Mitnehmen. Klassiker von LaSelva oder Sonnentor lachen mich da an.

Der Fahrradausflug hat Sinn gemacht, gäbe es noch mehr von dem Vollkorndinkelkuchen , müsste ich wohl ein vielfaches Radeln um meine Gelüste kalorisch wieder abzubauen.

Kochkiste
2340 Mödling,  Hauptstrasse 30
Tel: 0699 184 210 20  office@kochkiste.at