Schon vor 1500 wurde der Feistererhof in Ramsau am Dachstein erstmals erwähnt. Seit 1999 setzt das dazugehörige Hotel im Familienbetrieb auf Bio.

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Feistererhof – Ramsauer Bioniere

Familie Simonlehner arbeitet seit über 15 Jahren in der Region gemeinsam mit anderen Betrieben an einer Ausweitung des Bio Gedankens. Unter dem Motto »Sport – Natur – Kultur« haben die »Ramsauer Bioniere« sich selbst Kriterien auferlegt, die streng kontrolliert und einmal im Jahr beim Ramsauer Biofest mit über 800 Interessierten gefeiert werden. Von den hohen Standards im Betrieb zeugen außerdem noch andere Zertifikate und Auszeichnungen, die der Hof mit Stolz trägt. Wenig überraschend trifft dies nicht nur auf das Restaurant, sondern den kompletten Hotelbetrieb zu.

Abends wird den Gästen neben einer kleinen Karte, ein 4-gängiges Menü plus üppigem Salat-Buffet geboten. Bei der Hauptspeise gibt es dabei die Wahl zwischen Fleisch, Fisch und Gemüse, bei den Vorspeisen leider nur zum Teil. Nach dem Salat gibt es als ersten Gang ein Blunznradl mit Salatgarnierung. Die Blunzn ist dabei angenehm saftig, der Salat nicht unbedingt aufregend. Ziemlich ausgiebig fällt als nächster Gang die Gemüsesuppe aus. Einzelne Gemüsesorten wie Karotten und Sellerie lassen sich herausschmecken, ohne ganz von der klassischen Suppenwürze überdeckt zu werden. Ganz hervorragend funktioniert die Balance zwischen Cremigkeit und Knackigkeit der Gemüsestückchen.

Paella mit Meeresfrüchten

Paella mit Meeresfrüchten

Zur Hauptspeise haben wir uns für ein Stück Rinderbraten und eine Paella entschieden. Letztere kommt leicht trocken – die Paella wurde wohl nur gekocht und nicht gebraten – auf den Teller und die angekündigten Meeresfrüchte reduzieren sich auf kleine Shrimps und zwei große Garnelen. Das Gericht ist zwar gekonnt gewürzt, die fette Saftigkeit einer Paella aus der großen Pfanne vermisst man dann aber doch ein wenig. Der Rindsbraten wird von Gemüse und zwei Kartoffellaibchen (mit Speck) begleitet – allessamt in genügend brauner Sauce. Gut, aber nicht außergewöhnlich. Zur Nachspeise wird Panna Cotta angekündigt, die sich als doch recht gewöhnlicher Sahnepudding mit Obst herausstellt.

Auch das Frühstück am nächsten Tag bringt die erwartbare Bioqualität. Das Müsli-Buffet ist riesig, das restliche Angebot wird in kleinen Mengen oft frisch nachgebracht und bietet eine breite Palette an Produkten für verschiedenste Vorlieben. Auf ein Überangebot oder all zu modische Nischen oder Überraschungen wird dabei verzichtet.

Das morgendliche Müsli-Buffet.

Das morgendliche Müsli-Buffet.

Ja, auf dem Stevia am Tisch ist kein Bio-Zeichen; dafür ist es beinahe angenehm, dass in der Bier- und Weinkarte nicht bei jeder Flasche dabei steht, dass sie eh Bio ist und man dem Haus einfach vertrauen kann. Der Feistererhof empfiehlt sich als Biohotel ohne überteuerte Preise, in dem Nachhaltigkeit im kompletten Betrieb eine zentrale Rolle spielt.  Das Speisenangebot ist gut und trifft vielleicht auch oft genau den Geschmack der Gäste – könnte für uns aber durchaus etwas mehr Leidenschaft durchschimmern lassen.