Eigentlich erwartet man sich einen Bioladen oder ein Biorestaurant in zentraler Lage. Für den Frischehof sind wir zum ersten Mal ins steirische Leibnitz gekommen. Das Lokal ist und sehr empfohlen worden und die Website machte uns neugierig auf das zu 100 % zertifizierte Biolokal. Vom Bahnhof hat uns der Weg dann aber über diverse Kreuzungen und Kreisverkehre ins Gewerbegebiet geführt. Vorbei an Bau-, Erotik- und Bettfedermärkten hat uns unser Chauffeur schließlich vor dem Frischehof rausgelassen. Hinter der elektrischen Glasschiebetür erwartete uns ein großer Biomarkt. So groß, wie wir das eigentlich nicht erwartet hatten. Eigentlich ein Vollsortimentladen mit Frischeabteilung, Brottheke, klimatisch isolierter Gemüse- und Obstabteilung und neben dem Biovollsortiment noch eine reichliche Auswahl an Naturkosmetik und ein eigenes Eck mit affinen Büchern und Zeitschriften. Hui. Aber eigentlich sind wir ja zum Essen gekommen.

Frischehof

Ist man durch den Laden einmal durch, steht man vor der Essenstheke. Hier herrscht Selbstbedienung. Auf drei Kreidetafeln sind die Hauptgerichte angeschrieben: eine Tafel für vegetarische und vegane Gerichte, die mittlere für Fleischspeisen und – vielleicht wegen Freitag? – eine eigene Tafel mit Fischgerichten. Was hier aber an der Essensausgabe besonders hervorsticht, ist das große und durchaus kreative Salatbuffet. Es wird nach Gewicht gezahlt. Pro 100 g am Teller werden € 1,29 verrechnet. Dabei sind auch Tortellini, Salate mit hartgekochten Eiern, Avocados, Kürbis und vielem mehr. Ein großer Teller um ca. € 7 kann da auch mal eine Hauptmahlzeit sein. Heute wollen wir uns aber komplett durchkosten.

Frischehof

Die Suppen (Frittatensuppe € 3, vegane Kartoffel-Lauchrahmsuppe € 3,30) haben uns nicht überzeugen können, der Salat, den wir schon als Einstieg verputzt haben, hat aber die Latte auch eher hoch gelegt. Die frischgemachten Hauptspeisen werden uns dann zum Tisch gebracht (bezahlt wurde zuvor schon an der Theke). Der gebratene Biokarpfen (wahlweise mit Gemüse, Reis oder Kartoffeln; € 15,90) hat den Kollegen überzeugt: außen leicht knusprig, innen saftig und weich, mit feinen Knoblauchscheiben als geschmacklich stimmiger Deko.

Frischehof

Auch das gebackene Schweineschnitzel (mit Beilage; € 11,90) war schön kross und hat den Eindruck von solider bis guter Wirtshausküche bestätigt. Beim veganen Seitansteak mit Kartoffelspalten und Hokkaido-Dip (€ 12,50) liegt es dann aber etwas zu sehr am pürierten Kürbis, dass das Gericht auch nach etwas schmeckt. Ein guter Dip, keine Frage, aber der Rest am Teller ist einigermaßen fad.

Frischehof

Ganz anders dann die selbstgemachten Süßspeisen: Die flaumige Schwedenschaumschnitte (€ 3,10) schmeckt wie Schwedenbomben, also sehr gut. Und auch die vegane Bananenschnitte (€ 3,50) kann uns überzeugen. Dazu ein Espresso (€ 2,10) bzw. ein Chai Latte (€ 3,30) – ein schöner Abschluss!

Robier Frischehof
8430 Leibnitz, Im Lagerfeld 11, +43 3452 745 11
Montags bis freitags von 8.30 bis 19 Uhr und samstag von 8 bis 17 Uhr geöffnet, warme Küche von 11.30 bis 15 Uhr