Wir haben die letzten warmen Sonnenstrahlen im Mühlviertel genossen – genauer auf der Jausenstation Hansberg. Droben am Hansberg – der im Winter die Möglichkeit bietet ein paar Schwünge mit den Schiern zu machen – steht ein nach außen hin modern und neu wirkendes Gasthaus mit großer Terrasse (80 Sitzplätze) und einem schönen Ausblick auf das hügelige Land. Am Fuße der Jausenstation lassen es sich die Schweine gut gehen.

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Im inneren der Jausenstation wird nach wie vor auf traditionelle Einrichtung gesetzt und finden in etwa 60 Leute Platz.Die meisten Besucher haben sich an diesem Tag schon in die warme Stube begeben – wir genoßen die Sonne und den Ausblick. Rasch stand eine sehr freundliche Kellnerin vor unserem Tisch – wir waren noch mit der Aussicht und der auch grafisch ansprechenden Speisekarte, in der das Zitat „Das einzige Beständige ist die Veränderung“ steht, beschäftigt. Weiters gab es vorderen Teil der Karte eine Liste der Lieferanten, die alle aus der Region stammen, die für hohe Transparenz sorgt. Außerdem sind alle verwendeten Bio-Produkte gekennzeichnet.

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Unsere Bestellung: Hollundermostspritzer (€3,50), Fichtenwipferlsaft (€2,80), Blede Blunzn (€9,80) und Brettljause farbenfroh (€9,60). Anfangs hat uns die Kellnerin freundlich darauf hingewiesen, dass es nur eine reduzierte Karte gäbe um es wenige Minuten wieder zuvorkommend zu korrigieren und wir eben unsere ursprüngliche Bestellung bekamen.

Für Wanderer oder Radfahrer die es „saudrawi“ (eilig) haben, gäbe es auch eine gleichnamige Jause die innerhalb von 10 Minuten am Tisch steht. Die Namen der Speisen machen Spaß und zeigen von der Wichtigkeit der Regionalität – auch bei der Sprache – des Unternehmens und beweisen damit auch Humor. Weitere Schmankerl sind das „Mühlviertler Fitnessteller“ oder die von uns bestellte „Blede Blunzn“ (wird in dieser Region als eher liebevolles Schimpfwort verwendet). Die Mühlviertler Spezialität Leinölerdäpfel (Erdäpfelpüree mit Leinöl) darf auf der Karte natürlich auch nicht fehlen, welches auch das einzige veganen Gerichte auf der Karte sein dürfte.

Nach 15 Minuten stand diese „Blede Blunzn“ gemeinsam mit der vegetarischen Brettljause am Tisch. Serviert vom Chef höchstpersönlich der auch freundlich und ausführlich unsere Fragen beantwortete. Die Speisen waren Liebevoll angerichtet auf Holz- und Keramiktellern. Die Beilagen (Zucchini Salat und Kürbis Chutney) in Weck-Gläsern abgefüllt und dazu ausreichend Brot vom regionalen Bäcker.

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Geschmacklich waren die Speisen sehr gut vor allem die doch eher ungewöhnliche Zubereitung der Blutwurst (Blunzn), welche in Scheiben geschnitten und paniert war. Garniert mit frischem Kren auf Blattsalaten, mariniert mit nussigem Rapsöl und würzigem Apfelessig war es ein wahres Geschmackserlebnis. Auch die fleischlose Brettjause mit verschiedensten Käsesorten war ein Genuss. Drei verschiedene Aufstriche, Ziegenfrischkäse, Kürbis Chutney, Zucchinisalat, Wildkrätuerbutter und eingelegter Mostbirne.

 

Langsam kühlte es ab. Uns wurden Decken angeboten, aber wir waren mit einem warmen Getränk zufrieden. Deshalb gab es als Nachspeise zwei Tassen Hauskaffee (€3,50 pro Tasse) mit Schlag (BIO Fairtrade Kaffee) mit frisch zubereiteten Bauernkrapfen (€2,40) und „himmlischer Topfen-Birnenschnitte“ (€3,50), den Milka-Schokolade hätten wir nicht unbedingt gebraucht.

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Ein bodenständiges und sympathisches Ambiente hat uns einen sehr angenehmen Nachmittag in St. Johann am Wimberg beschert. Bei den Speisen wird sehr viel Wert auf Regionalität und speziell bei den Fleischprodukten auf Bio und Produkte vom nahegelegenen eigenen Biohof. Etwas schade ist, dass es laut Karte kein rein biologisches Gericht gibt und veganer werden nur wenig direkt aus der Karte bestellen können.

Also dann: Pfiat Gott und Dankschen.

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Jausenstation Hansberg
Anneliese Maringer & Johannes Steinmayr
Schlag 15 – A 4172 Sankt Johann am Wimberg
H +43 664 4645 332   jausenstation-hansberg@bio-bauernhof.at

Geöffnet von 1. Mai bis 26. Oktober
Sa, So und Feiertag: 14:00-22:00h
Do und jeden 1. Fr im Monat: 16:00-22:00h