Ein Projekt, das schon im Jahr 2009 seinen Ursprung nahm, wurde nun mit dem Eintreffen der ersten organisch produzierten und fair gehandelten Kakaolieferung aus alternativem Anbau erfolgreich ins Ziel geführt. Nach anfänglichen Problemen wurde nun auch die dazugehörige Schokolade präsentiert.

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Das Projekt “Montebravo Alternatives Entwicklungsprogramm” in Kolumbien ist nach sehr großen Startproblemen nun endlich erfolgreich umgesetzt. 20 Tonnen Kakao in Bioqualität sind im steirischen Bergl eingetroffen. Die Schokoladenmanufaktur Zotter hat daraus bereits die ersten Schokoriegel produziert, die bei der Präsentation im Schokoladentheater als die weltweit ersten BioFairtradeSchokoladen aus alternativen Anbau ausgelobt werden.

Dabei sah anfangs nicht alles so rosig aus: Das bereits 2009 gestartete Projekt in Zusammenarbeit mit der kolumbianischen Regierung, der UNDOC (Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung) und dem österreichischen Aussenministerium sollte den kolumbianischen Bauern eine neue Perspektive geben. Die nachhaltige Umstellung von der Pflanzung illegaler Kulturplanzen (Koka) auf Kakao war wahrlich eine Herausforderung. Die von Josef Zotter nach Kolumbien entsandte Mitarbeiterin wurde bereits nach einem halben Jahr aus Sicherheitsgründen wieder zurückgeholt. Wie Zotter damals sagte: “Alleine gegen die Mafia funktioniert halt nur im Fernsehen”. Mit Unterstützung der besagten Institutionen resignierte man aber nicht gleich, sondern versuchte das Projekt in einer anderen Region umzusetzen. Aus Bajo Cauca (Antioquia) kam dann im Herbst 2013 die erste Lieferung von 20 Tonnen Kakao im Wert von ungefähr 100.000 Euro. Diese konnte jedoch nicht verwendet werden, da man die Transportware vor der Abreise mit Pestiziden besprüht hat. Ein absolutes NoGo im Hause Zotter. Die gelieferte Ware (Originalton Josef Zotter: “für uns vergiftete Ware”) wurde jedoch nicht vernichtet, sondern konnte von konventionellen Anbietern noch verwendet werden. Look out for the lila Schleife ….oder so!

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Das CSR für Josef Zotter mehr als nur ein Schlagwort ist, bewies er mit seiner Hartnäckigkeit. Und 2014 erreichte endlich die erste wirklich als organisch zertifizierte Lieferung aus Kolumbien den Betrieb am Fusse der Riegersburg. Die Umstellung auf Bio erfolgt mit österreichischer Unterstützung. “Es ist immer einfach zu sagen, wir wollen keinen Drogenhandel, wir wollen keine Kinderarbeit, wir wollen keine Armut. Der einfachste und sicherste Weg ist, den Bauern Preise zu zahlen, von denen sie auch leben können. Erst die Armut zwingt die Menschen zu Illegalität und zur Ausbeutung von Kindern. Weltweit funktioniert das gleiche Schema, wenn die Preise niedrig gehalten werden, dann erzeugt das Ausbeutung von Mensch und Umwelt. Sprich, alternativer Anbau und fairer Handel gehören zusammen. 234 Familien sind jetzt aus dem Koksgeschäft ausgestiegen, das ist ein großartiger Erfolg und dafür hat sich der Aufwand gelohnt”, erklärt Josef Zotter, der sich geschäftlich auch unter anderem in Brasilien, Nicaragua und China engagiert.

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Andreas Liebmann, jahrelang Botschafter in Kolumbien und heute für das Aussenministerium tätig: “Im Kampf gegen Drogen ist manchmal Schokolade stärker als Waffen.” Der Anbau von Koka (Kokain) bringt den Familien kaum mehr als 1 US$ pro Tag. Der Anbau von Kakao bringt den Familien nun das dreifache. Das Projekt in der Stadt Avanti wird vom kolumbianischen Staat und der UNODC unter österreichischer Beteiligung durchgeführt. Von österreichischer Seite wurde vor allem für die Fair Trade- und Bio-Zertifizierung Sorge getragen. Auf 358 Hektar wird Kakao auf biologischem Weg angebaut (BCS-ÖKO geprüft).

Und im Genuss-Kontext vom Chocolatier persönlich herausgestrichen: ” Kolumbianischer Kakao ist mit Sicherheit der aufregendste, den wir im Programm haben. Jetzt gibt es eine sortenreine legale Spitzenschokolade mit 75% Kakaoanteil, die nicht nur schmeckt, sondern auch einen kleiner Durchbruch im Kampf gegen die Drogenmafia ist.” Also nicht nur gut, sondern richtig gut Schokolade essen.

www.zotter.at