Schwer zu sagen, welches Gericht hier das beste ist – es schmeckt einfach vieles sehr gut in der Mangolds-Filiale im Grazer Univiertel. Überzeugende vegetarische Bio-Küche, die stimmig ans studentische Publikum angepasst ist.

Bei Mangolds in Graz kann man nicht nur Naturkosmetik, Bio-Lebensmittel und Yogamatten online bestellen, sondern auch bestens vegetarisch essen gehen – und zwar gleich doppelt. Während in der Griesgasse, also im Herzen der Stadt, auf Selbstbedienung am gut bestückten Buffet gesetzt wird, kommt im Mangolds Vis-a-vis im Univiertel Essen à la carte auf den Tisch.

Vorbei an der gemütlichen Lounge im vorderen Teil und der Bar mit ihrer langen Theke geht’s nach hinten in den Restaurantbereich des Lokals, der dank Deckenfenster und natürlicher Materialien wie Holz, Leinen und Lehm recht freundlich wirkt.

Aber zum Eigentlichen: dem Essen. Salate – nicht nur im Beilagenformat –, Burger und Hauptspeisen mit fernöstlichem oder mediterranem Einschlag bestimmen die Karte. Starten kann man natürlich auch mit Flüssignahrung – etwa der Basilikumschaumsuppe (€ 4,10), zu der Kresse und Olivencrumbles in die Schüssel kommen. Ein feiner Einstieg!

Noch ein Stück überzeugender ausgefallen ist das Zucchini Babaganoush (€ 5,40) mit Hummus, Pinienkernen, Basilikum und geröstetem Weißbrot. Salziger als erwartet und schön cremig.

Weiter geht’s mit den Hauptspeisen. Ein Burger ist fast Pflicht, vor allem weil hier ja fleischlos gekocht wird. Und der mit Portobello (€ 8,50) ist durchaus gelungen, wenngleich der Pilz ein bisserl größer hätte sein können. Geschmacklich aber top – vor allem in Kombination mit den karamelisierten Zwiebeln und der Basilikum-Mayo. Noch ein schönes Detail: die Rosmarinstreusel am Bun.

Mit Salaten (durchaus auch als Hauptgericht geeignet) und diversen Beilagen lässt sich rund um die drei angebotenen Burgervarianten flexibel kombinieren. Bei uns wurde es einerseits der gegrillte Maiskolben auf Röstkarotten-Junglauch-Salat (€ 7,20) – außerordentlich gut, nicht zuletzt wegen der schönen Schärfe seines Chilidressings – und andererseits etwas deftiger: gebackene Avocado (€ 5,90) mit Zitrone, Frischkäse und Oliven sowie Süßkartoffel-Sticks (normal € 3,50; groß € 4,50) und knusprig panierte Kohlsprossen (normal € 3,50; groß € 4,50) jeweils mit einer Portion der hausgemachten veganen Aioli. Es besteht definitiv keine Gefahr, bei diesen Beilagen nicht satt zu werden.

Ähnliches gilt für das gratinierte Sommergemüse (€ 10,90), das leichter klingt, als es ist, und etwas von einem mit Schafkäse und Basilikumpesto aufgefetteten Letscho hat. Schon irgendwie mediterran (Paprika, Zuchini, Tomaten), aber gleichzeitig auch eher ein Gericht für die kalte Jahreszeit. Egal eigentlich, weil geschmeckt hat es.

Zu guter Letzt und zum Drüberstreuen noch Schoko-Erdnuss-Fudge (€ 5,70) als Dessert. Säuerliche Sommerfrüchte und Kürbiskern-Splitter runden die feine kleine Kalorienbombe ab. Bei einem solchen Genuss kann man die Reue schlicht und einfach ignorieren. Und dass es die angekündigte Minze nicht auf den Teller geschafft hat, sei verziehen.

Was gibt es noch Erwähnenswertes? Eine Kuchenvitrine, das Frühstücksangebot für den Morgen (bis 11 Uhr, also eh großzügig interpretiert), Cocktails und Longdrinks für den späteren Abend, die schöne Auswahl bio-zertifizierter Weine, Craft Beer aus der Brauerei Loncium (teilweise bio), hausgemachte Smoothies und Limos (herrlich erfrischend und nicht zu süß: Maracuja-Zitrone, € 2,90) sowie die gute Kennzeichnung von veganen und glutenfreien Gerichten in der Karte. Welche der meist regionalen und frischen Produkte, die im (teilzertifizierten) Mangolds Vis-a-vis verkocht werden, bio sind, ist vor Ort auf einer großen Tafel nachzulesen. Es sind eine Menge.

Unter der Woche werden übrigens auch – ideal für das studentische Publikum – günstige Mittagsgerichte und Menüoptionen angeboten. Eine von zwei variierenden Hauptspeisen (z. B. ein Hirsegröstl mit Tomaten-Lauch-Gemüse) samt einer der beiden Tagessuppen (z. B. eine ungarische Krautsuppe) oder einem kleinen grünen Salat gibt’s um € 7,90. Kann man machen!

„Mit Laibchen und Seele“ bzw. „Glück ist unser Vogerlsalat” heißt es auf der ersten Seite der Speisekarte. Dass die Begriffe „Seele“ und „Glück“ dabei besonders groß hervorgehoben sind, hat in jedem Fall Sinn: Bei Mangolds Vis-a-vis finden die beiden zueinander.

Mangolds Vis-a-vis 
8010 Graz, Zinzendorfgasse 30, +43 316 31 83 45
Montags bis samstags von 11 bis 22 Uhr geöffnet, sonntags (mit Brunch) von 9 bis 16 Uhr