Nicht umsonst spricht der Winzer bei seiner Ernte ja von Wein lesen. Lesen und Wein – das ist eine perfekte Kombination. Im Wellness- und Spa Hotel Juffing kann man beiden Genüssen in Perfektion frönen.

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In den beiden Tagen, in denen ich Sonja Juffinger-Konzett kennenlernen durfte, sind mir 2 Passionen der Chefin des Hotels Juffing im Tiroler Hinterthiersee aufgefallen. Literatur und Wein. Durch das komplette Hotel ziehen sich Texte, Zitate und Bücher. Die Texte sind in den Gängen auf den Teppich gedruckt. Es handelt sich dabei um einen Gedichtzyklus des Tiroler Schriftstellers Raoul Schrott, in denen er über seine zahlreichen Hotel-Besuche schreibt und die Faszination der Orte und Räume erforscht. Eine Leseanleitung für den Gangteppich liegt in den Zimmern auf.

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Die Wände wurden mit Zitaten großer Autoren gestaltet: Grünmandl, Heine, Camus, Brecht, Fried, Rilke – sie alle begleiten den Gast zwischen Rezeption, Zimmer, Wellnessbereich, Lounge und Restaurant. An den meisten Plätzen im Haus ist auch für ausreichend Lesestoff gesorgt. So finden sich in der Lounge neben ausschliesslich Qualitätszeitungen auch Bücher von heimischen Autoren. Im Ruhebereich zwischen Pool, Sauna und Behandlungen kann man in der Spabibliothek entspannen, wo zahlreiche Hardcover Neuerscheinungen sogar thematisch geordnet sind.

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Demnächst wird auch Christoph Ransmayr hier im Hotel eine Lesung halten. Er wird Gast des Hotels sein, so wie eben der Thermenregionwinzer Johann Stadlmann. Für den Biowinzer und seine Weine hat Sonja Juffinger-Konzett mit ihrem Küchenteam ein passendes Diner zusammengestellt. 6 Gänge mit den passenden Weinen, persönlich serviert und mit begleitenden Worten und Erklärungen.

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Es sei einer der schönsten Momente in ihrem Leben gewesen, erklärt die Hotelchefin, als sie vor wenigen Wochen durch das Burgenland und die Wachau gefahren sei und viele Betriebe kennenlernte, von denen sie schon seit Jahrzehnten die Weine gelistet hat. So wie für viele ihrer Gäste eben die Tiroler Berge und die malerische Landschaft etwas Besonderes sind, so konnte sie sich für die Weinhügel und die Weite der Rebkulturen begeistern. Auf einem Bauernhof aufgewachsen, war gutes Essen und Trinken für sie immer sehr wichtig. Darauf wird auch hier im Hotel nahe Kufstein großer Wert gelegt. Gerade erst hat man für die Bemühungen um regionale und saisonale Naturküche die Grüne Haube verliehen bekommen. Großer Wert wird auch auf biologische Herkunft gelegt, Teilsortimente sind durch die ABG biozertifiziert. Fair gehandelter Biokaffee kommt aus der Rösterei von Julius Meinl, die Teesorten im Restaurant, Spa und den Zimmern stammen von Sonnentor und Bioteaque. Zurück zum Winzer-Diner: Als zweite Vorspeise wurde Vulcanoschinken mit Spargel und kleinem Salat serviert, begleitet von einem weißen Burgunder Anninger 2014.

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Die Thermenregion südlich von Wien bietet solchen Weinen ideale Bedingungen. Die pannonischen Einflüsse aus dem Süden sind wohl dosiert, die kühlen Strömungen aus dem Westen mildert der Hausberg Anninger, um den herum sich die bekanntesten Weinorte wie Mödling, Gumpoldskirchen, Pfaffstätten, Traiskirchen und Baden schmiegen. Das “kleine Burgund” nennt man die Region auch, und so verwundert es gar nicht, daß der Sohn von Hans Stadlmann im Rahmen seiner Ausbildung auch bei Jacques Prieur im Burgund Station machte.

Die ganz besonderen Weine, da autochthon für die Region Zierfandler und Rotgipfler sind, waren vor allem für die vielen deutschen Gäste des Winzer-Diners ein Genusserlebnis. Zum Kalbsbraten (vom Bio-Metzger Juffinger aus dem Nachbarort) mit hausgemachten Nudeln und Eierschwammerl wurde der Zierfandler Mandel-Höh 2012 gereicht. Die fruchtige Süße kommt dezent, man vernimmt Nuancen von Tropenfrüchten und spürt Wiesenkräuter. Dieser Wein hat Reifepotential und ich freu mich, daß die begeisterte Chefin noch einmal nachschenken kommt.

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Die einzige Ausnahme in der Weinbegleitung machte der Cesario Frizzante von K+K Kirnbauer zum Dessert. Hier wollte Sommelier Martin Heigl bewusst etwas sommerlich Leichtes einstreuen, für die süßen Desertweine von Hans Stadlmann werde ich wohl einmal nach Traiskirchen zum Weingut fahren. Zum Dessert gab es übrigens ein Parfait und Blüte vom Holunderbusch direkt hinter dem Hotel, ein vorzüglicher Abschluss.

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Wein und Literatur ergänzen sich im Hotel Juffing perfekt (wobei angemerkt sei, daß auch Biertrinker mit den regionalen Spezialitäten von Zillertaler Bier auf ihre Kosten kommen).

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Am Weg in mein Zimmer bin ich dann noch am Sommerlied von Ernst Jandl vorbeigegangen, geträumt hab ich dann aber schon vom nächsten Winzer-Diner zwischen all den schönen Büchern.

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