Superfoods also. Ein Begriff, der die letzten Jahre immer häufiger den Einzug in unsere Ernährungswelten geschafft hat. Zumeist denkt man da an exotische Dinge wie Chiasamen, Acaipulver, Gojibeeren, Meeresalgen, Lukuma oder Aroniabeeren. Haben sie schon mal Aronia gekostet? Schon der Gedanke an meinen ersten Probierversuch auf einem Klagenfurter Biomarkt lässt mir den Schauer der Bitterkeit wiederkehren. Brrrrrr!

Warum aber zahlt jemand für 0,7 lt Aroniasaft 15 Euro, wenn das Zeug grauslich schmeckt? Ein Hersteller erklärt das so: Die Aroniabeere ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, wirkt antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend, stoffwechselanregend und schützt den Körper vor freien Radikalen, die als Verursacher von verschiedensten Erkrankungen gelten. Dabei ist das antioxidative Potenzial der Aronia bis zu neunmal höher als das von Cranberrys, Heidelbeeren und Preiselbeeren, was sie zur Anti- Aging-Beere macht. Quasi der Wunderwutzi unter den Beeren. Ähnliche Vorteile bieten alle sogenannten Superfoods. Chiasamen zum Beispiel soll eine wahre Bombe an Omega 3-Fettsäuren sein. Super also fürs Herz, vorbeugend gegen Krebs und essentiell für Schwangere.

Jetzt sind aber fast alle die oben erwähnten Superfoods von weit her gekommen, geschweige denn, daß unsere Großeltern (die ja meist auch recht alt wurden) von dem Zeugs sicher noch nie was gehört haben. Das Buch von Andrea Fičala trägt also nicht umsonst den Untertitel „Einfach & Regional“, denn hier will sie uns mit vielen Rezepten die heimischen Superfoods näherbringen. Großartige heimische Lebensmittel, die durch ihre hohe Konzentration an gesunden Nährstoffen und ihren wunderbaren Geschmack glänzen.

Andrea Ficala (Foto: Sonja Priller (c) Verlag Löwenzahn)

Andrea Fičala ist Ernährungswissenschaftlerin und ausgebildete Köchin. Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Umwelt ist ihr sehr wichtig, so hat sie sich im Laufe der Zeit auf individuelle Gesundheitsförderung und Ernährungsbildung für Jung und Alt spezialisiert. Sie unterrichtet und gibt auch auch Koch- und Gartenworkshops. All Ihr Schaffen findet man auf ihrer esswerk-Seite 

Das Buch startet mit zahlreichen Erklärungen und Erläuterungen zum Thema Superfood. Von der Beschreibung heimischer Lebensmittel in Gruppen wie Beeren/Obst, Gemüse oder fermentierte Lebensmittel bis zu Preis- und Leistungsvergleichen regionaler Produkte zu den exotischen Superfoods. So zahlt man für heimischen Bio-Leinsamen (3-4 €/kg) bei vergleichbarem Nährstoffprofil weit weniger als für zumeist aus Peru stammenden aber gut vermarkteten Bio-Chiosamen (11-15 €/kg). Da Andrea Ficala in ihrer Arbeit und im Buch auf das perfekte Trio „regional“, „saisonal“ und „bio“ setzt, dabei aber neben all den gesundheitlichen Aspekten auch den tollen Geschmack der Zutaten und beschriebenen Speisen hervorhebt, ist das neue Buch wohl ein Volltreffer für RICHTIG GUT ESSEN-Leser.

Die 88 Rezepte sind übersichtlich nach Jahreszeiten sortiert und beinhalten alles, von Suppen über Vorspeisen und Snacks bis zu Hauptgerichten und Desserts. Die Autorin richtet sich bei den Rezepten vor allem nach den Grundregeln des „Clean Eating“ Zudem sind alle Gerichte vegetarisch.

Sehr gut angelegt sind auch Glossar und Register am Ende des Buches. Die unterschiedlichen Bezeichnungen im deutschen und österreichischen werden gegenübergestellt (Zwetschken <-> Pflaumen etc), neben dem Stichwortregister wird auch nach Zutaten und Untergruppen geordnet. So kann man schnell und einfach zum Beispiel Glutenfreie oder besonders eiweißreiche Rezepte finden.

SUPERFOODS – EINFACH UND REGIONAL  von Andrea Fičala

  • EUR 29,90
  • ISBN 978-3-7066-2610-1
  • 240 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
  • mit über 120 Farbfotos von Sonja Priller und 80 Farbzeichnungen von Julia Lammers