Labonca– ein Wort, das in den letzten 13 Jahren in Österreich und weit über seine Grenzen hinweg zum Inbegriff für höchsten Tierschutzstandard wurde. Eigentlich war dieses altslawische Wort der Name für die Lafnitz, einem der ältesten Grenzflüsse Europas. Heute ist es der Namengeber für den einzigartigen BIO-Hof Labonca in der oststeirischen Marktgemeinde Burgau und der Begriff für ein naturbelassenes Zuhause für Weidetiere, wie das Sonnenschwein, die Les Bleus-Hühner, Freilandputen oder Weidegänse, der BIO-Bauern Ulrike und Norbert Hackl.

Labonca Biohof Bio Schweine Schwein in Burgau Bauernhof von Norbert Hackl im Bild Sonnenschweie Norbert Hackl mit Bioschweinen Bioschweine

Labonca Biohof Bio Schweine Schwein in Burgau Bauernhof von Norbert Hackl
im Bild Sonnenschweie Norbert Hackl mit Bioschweinen Bioschweine

Nach der Übernahme des traditionellen elterlichen Bauernhofs 1999 stellte das junge Landwirte-Ehepaar Hackl den Hof im Jahre 2003 auf einen reinen BIO-Hof um. Für Ulrike und Norbert Hackl sind die BIO-Richtlinien lediglich eine solide Grundlage: Der Biohof Labonca aber geht weit darüber hinaus und orientiert sich an den Grundbedürfnissen der verschiedenen Tierarten.

Begonnen hat die unglaubliche Erfolgsgeschichte des Biohofs Labonca mit dem „Sonnenschwein“, einer Kreuzung aus dem Schwäbisch-Hällischen Schwein und der Rasse Duroc, beide bekannt für ihr besonders gutes Fleisch und ihre Freilandtauglichkeit. Hackls Sonnenschweine werden mit Bio-Getreide gefüttert, ergänzt durch eiweißhaltige Bio-Nahrungsmittel, wie Erbsen, Ackerbohnen und Ölkuchen und saisonabhängige Feldfrüchte. Nach etwa 14 Monaten völlig artgerechten Lebens auf rund 250.000 m² Weidefläche werden die Tiere im Weideschlachthaus angstfrei und ohne jeglichen Stress ihrer Bestimmung übergeben. Heute gilt das Fleisch des Sonnenschweins als das beste österreichische Schweinefleisch, das mittlerweile seinen Weg in die Küchen vieler Haubenköche im In- und Ausland gefunden hat.

Seit einigen Monaten arbeiten Norbert und Ulrike Hackl nun an einem neuen, äußerst interessanten Projekt: Der „Labonca Bergschecke“, einem Projekt zur Erhaltung einer aussterbenden Rinderrasse. Norbert Hackl: „Die Artenvielfalt der über Jahrhunderte entwickelten Nutztierrassen ist durch die Selektionszucht in großer Gefahr. Wir wollen eine Rasse am Leben erhalten, unseren Kunden beste Fleischqualität bieten und zugleich die höchsten Labonca-Haltungsstandards etablieren. In diesem Projekt vereinen wir Artenschutz mit allerbester Fleischqualität und den höchsten Haltungsstandards eines Rindfleisch-Vermarktungsprojekts in Österreich!“

Bergschecke2

Die Zuchtgeschichte besagt, dass die ursprünglich fuchsroten Vorfahren bereits 800 n. Chr. mit den ersten deutschsprachigen Siedlern in die Obersteiermark gekommen sind. Im Verlauf von Jahrhunderten entwickelten sich daraus die besonders an diese Region angepassten Bergschecken. Deren exzellente Fleischqualität bewirkte, dass es im 18. und 19. Jahrhundert zu einer enormen Nachfrage nach diesem außergewöhnlich guten Fleisch nicht nur in Österreich und in Böhmen, sondern auch im benachbarten Ausland und sogar auf den Weltmärkten in Mainz und London bis an den englischen Königshof gekommen ist. Um 1870 wurde sogar der doppelte Einheitspreis gegenüber anderen einheimischen Rassen erzielt. Aber durch laufende Behinderungen der Ausfuhr und die negative Zuchtauslese kam es am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer massiven regressiven Entwicklung; das Bergschecken-Zuchtgebiet schrumpfte auf Teile der Verwaltungsbezirke Murau und Liezen ein. Parallel dazu wurde nun erst der Begriff des „Ennstaler Bergscheckens“ gebräuchlich. Nur mehr wenige hartnäckige Züchter hielten am Bergschecken fest. Erst seit 1992 wird wieder auf die Vermehrung dieser Rasse hingearbeitet, und der schwierigen, aber lohnenswerten Aufgabe der Erhaltung dieser ältesten Rinderrasse Österreichs haben sich nun auch die Bio-Bauern Norbert und Ulrike Hackl verschrieben. Zurzeit gilt der Ennstaler Bergschecke als „höchst gefährdete Rinderrasse“. Das „Labonca-Bergscheckenprojekt“ sieht vor, dass die Muttertiere in Mutterkuhherden in ihrem Ursprungsgebiet, der Alpenregion Ostösterreichs, auf Almen und ab einem Alter von knapp einem Jahr auf den ausgedehnten Weiden des Labonca-Biohofs gehalten werden. Ausnahmslos nur Bio-Bauernhöfe sind die Basis für die Zucht dieser seltenen Rasse; mindestens sechs Monate lang dürfen die Kälber Muttermilch trinken, werden nicht enthornt und ernähren sich hauptsächlich von Gras, Bergkräutern, Heu und Grassilage. Nach 8 – 12 Monaten wechseln die Jungrinder statt in den Schlachthof nach Burgau auf die Labonca-Weiden, wo sie noch über ein Jahr lang in ganzjähriger Freilandhaltung bei Gras, Heu und Grassilage gehalten werden; oder aber die Tiere bleiben gleich auf den Bio-Höfen im Alpenraum und wachsen zu gesunden, kräftigen Ochsen oder Kalbinnen heran.

Das Labonca-Projekt bietet die höchsten Mindeststandards hinsichtlich Tier-Wohl in Österreich an und zahlt noch zusätzliche Prämien für noch höhere Standards. Ein Auszug: Bio-Austria-Mitgliedsbetrieb; reinrassige Ennstaler Bergschecke; Bio-Futterstandards laut BioAustria; Behornung der Masttiere; keine Anbindehaltung; jährliche Weidung/Alpung im Sommer/Herbst; Winter-Laufstall ohne Anbindung; 6 Monate Milch für Kälber von der Mutterkuh; Schlachtung im Labonca-Weideschlachthaus, dem ersten EU-zertifizierten Schlachthof Europas(!) mit direktem Weidezugang. Extra Bonuszahlungen gibt es bei Behornung der gesamten Rinderherde (Ausnahme: Zuchtstiere) und bei Winterweide/Winterauslauf. Erst mit mindestens 24 Monaten werden die Rinder im Labonca-Weideschlachhaus völlig angst- und stressfrei geschlachtet. Das Fleisch dieser qualitativ höchstwertigen Rinder reift 10 – 21 Tage, ehe es in den Verkauf kommt und dem Labonca-Kunden durch die gut marmorierten Stücke wahre Gaumenfreuden und höchsten Fleischgenuss bereitet: „Beste Labonca-Fleischqualität in aller Munde!“

Brandstätter, Hackl, Lassacher

Initiiert wurde das „Labonca-Projekt Bergschecke“ von Norbert Hackl, Labonca Biohof, in Zusammenarbeit mit Josef F. Lassacher, Obmann der Interessensgemeinschaft Ennstaler Bergschecken, und Dr. vet. und Biobauer Matthias Brandstätter. Gesucht werden nun Partner-Biohöfe, die die Zucht dieser Rasse in Mutterkuhherden übernehmen und dem Projekt als Lieferanten dienen möchten.