Im exklusiven Umfeld des Wiener Petersplatzes setzt ein Luxusrestaurant mit thailändischer Küche vermehrt auf Nachhaltigkeit.

In der Gegend rund um den Wiener Petersplatz ist gehobene Küche und ebensolches Preisniveau nicht wirklich überraschend. Reihen sich doch dort mit Naschas, der Cantinetta Antinori oder dem Yohm einige der feinsten Lokale der Innenstadt auf. Wenn es um asiatische Küche geht, dann muss man aber auf jeden Fall auch das Patara erwähnen. Der Wiener Ableger einer Restaurantkette des thaländischen S&P Syndicate PCL Konzerns ist sicherlich die beste thailändische Essensadresse der Stadt. Bei Gault Millau konnte das Team um Stefan Ho 2015 die erkochten 14 Punkte halten.

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In den letzten Monaten machte das Patara aber auch durch sein nachhaltiges Engagement auf sich aufmerksam. Mehr und mehr setzt man auf Bioqualität bei den eingesetzten Lebensmittel und auf ressourcenschonenden Umgang. Im Rahmen des Projektes „Schenk mir dein Problem“, das die Umweltorganisation Global 2000 mit 5 Wirtsleuten in Wien umsetzte, testete man auch im Patara die Möglichkeiten, nachhaltiger zu arbeiten. Studenten der Universität für Bodenkultur (BOKU) haben über mehrere Monate den täglichen Betrieb beobachtet und analysiert. „Mit dem Bewusstsein als Gastronom auch eine ökologische Verantwortung zu tragen, möchte ich mit gutem Beispiel voran gehen und andere Gastronomiebetriebe zum nachhaltigen Handeln motivieren.“, meinte Stefan Ho zu Beginn des Projektes.

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Der Tag, an dem wir uns von der Küche persönlich überzeugen wollten, war quasi der Beginn der Hitzewelle in der Großstadt. Vielleicht nicht der beste Tag, um mittags die scharfe thailändische Küche zu probieren. Wir starten daher sehr leicht mit einem Bio-Eistee von Demmer und einem kühlen Lemongrass-Spritzz mit Bio-Prosecco. Vegane Speisen sind in der Karte gut gekennzeichnet, die Herkunft der Zutaten ist im Menü leider nicht so leicht herauszulesen, auch wenn einige Gerichte den Zusatz “Bio” tragen. Das freundliche Personal informiert hier aber sehr kompetent. So haben wir erfahren, daß das Fleisch vom Bioproduzenten Sonnberg aus dem Mühlviertel kommt und sämtlicher Lachs und Garnelen über Yuu’n Mee bezogen werden, die ihre Produkte auch als organisch anpreisen. Gerade durch die Umstellung auf Biofleisch und Seafood in Bioqualität konnte man im Rahmen des Global 2000-Projektes viel CO2-Ausstoss vermeiden. Auf die Frage, ob durch die Umstellung auf Bio nicht die Fisch/Garnelen-Preise die Gerichte stark verteuert hatten, meinte Ho: “Im Gegenteil: Durch die Partnerschaft mit unseren Lieferanten konnten wir den Einkauf sogar kostengünstiger optimieren!”

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Generell empfiehlt es sich, im Patara eine Menüfolge zu wählen, um die Vielfalt der thailändischen Siamküche in ihrer vollen Vielfalt zu erleben. Aber auch für den schnelleren Mittagstisch kann man zwischen einem Menü (2 Gänge um € 17,50) oder dem Thai-Set-Lunch (3 bzw. 4 Gänge um € 14,50 bzw. 16,50) wählen. Die Kokossuppe mit Ingwer, Tofu und Pilzen (€ 8,90) war angenehm ausgewogen, das Carpaccio vom Thunfisch mit scharfen Zitronengrass- und Minzedressing (€ 16.50) konnte begeistern.

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Beim gegrillten Rinderstreifensalat mit scharfem Limetten-Kräuterdressing  (€ 14,90) habe ich das Wort „scharf“ wohl nicht ernst genug genommen. Das Bio-Rinderfilet war extrem scharf gebeizt, die kleinen Chiliröllchen gaben dem ganzen mehr als nur Farbe. Auf die Bitte nach einer Bio-Weinempfehlung servierte man mir den Hauswein, der die Schärfe ausbalancieren sollte. Dazu hat es dann aber noch etliches an Wasser gebraucht. Wir merken uns: Ab jetzt die Texte noch genauer lesen und nicht nur beim Inder das Wort „scharf“ ernst nehmen!

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Das vegetarische Phad Thai (gebratene Thai-Reisnudeln mit Tofu und Waldpilzen) war vorzüglich, erscheint aber um € 18,90 etwas fernab vom Preis-/Leistungsverhältnis.

DSC00008Generell ein sehr schön gestaltetes Lokal, das die thailändischen Elementen gezielt aber nicht überladen einsetzt. Das Service ist einwandfrei freundlich und zuvorkommend. Um so richtig gut essen zu können wünsche ich mir aber noch etwas mehr detaillierte Infos über die Herkunft der Zutaten, ein Text wie folgender aus der Speisekarte erscheint uns da noch etwas zu verschwommen:

„Unsere Philosophie bei Lebensmitteln ist die Verwendung frischer Zutaten in Topqualität, die unter Einhaltung ökologischer und sozialer Richtlinien sowie Tierhaltungsstandards hergestellt wurden. Daher verwenden wir z.B. bei der besonderen Zutat der Garnele Yuu’n Mee Bio Mangrovenwald Garnelen. Alle verwendeten Fleischsorten kommen aus 100% österreichischer Landwirtschaft.“

Mit Unterstützung der BIO AUSTRIA arbeitet Stefan Ho jedoch gerade daran, mit den geeigneten Lieferanten weitere Segmente der Zutaten auf Bioqualität umzustellen.

Patara – Fine Thai Cuisine, 1010 Wien; Petersplatz 1
+43 1 997 1938-0 www.patara-wien.at