Auf der Genusstour durch den Marktplatz Mittelkärnten wurde uns das Restaurant Bachler als Kulturgasthaus angekündigt. Im Vorfeld denke ich bei so einer Bezeichnung zumeist an klassische, bodenständige heimische Küche. Schnitzel zum Kabarett und Braten zur Jazzband. In Althöfen wurde ich dann aber sehr positiv überrascht:

Es war ein heisser Tag und spätabendlich durften wir im Garten platznehmend, ein kleines Paradies aus Sträuchern und Blumen mit kleinen Inseln, an denen die Gäste in Ruhe das Angebot der Familie Bachler geniessen können. Erfrischend als Aperitiv gab es den Alpen-Cider aus Kranburg oder alternativ den sogenannten „Kärntenaperitiv“, ein Glas frisches Hirter 1270-Bier.

Der gedeckte Speisebereich im Restaurant Bachler

Uns wurde ein 6-gängiges Menü mit passender Getränkebegleitung serviert, mit einer säuerlichen gekochten Lammzunge als Gruß aus der Küche. Dort werkt Gottfried Bachler, ein Autodidakt dessen Leidenschaft für großartige, regionale Zutaten nicht nur am Teller erkennbar ist, sondern vor allem auch in den Momenten, wenn er zu den Gästen kommt und über das Essen referiert. Speziell beim Käse, der die Speisefolge noch vor dem Desert ergänzt, sollte man auf diese Erklärungen nicht verzichten.

Vorspeisenvariation auf Granit

Zum Start wurde uns eine Terrine aus Schafkäse mit einem Knusperstangerl und Ganslschinken kredenzt, auch hier sind wir über die Herkunft aller Produkte informiert worden. Die Hauptlieferanten aus der Region sind nach Produktgruppen auch in der Speisekarte angeführt.

Für die Weinbegleitung sorgt Ingrid Bachler, ausgebildete Sommeliere sowohl für Wein als auch Bier. Als eine der ersten machte sie den Abschluss an der Hirter BeerCademy. Mit großer Freude lässt sie ihre Gäste im Restaurant und über die hauseigene Vinothek an ihren Entdeckungen teilhaben, uns wurden vor allem Weine aus der Region, von den Partnern des Marktplatz Mittelkärnten serviert. Die warme Vorspeise (gebackenes Ziegenkitz und Filet vom Kalb mit Linsenpüree ) wurde von einem Chardonnay des Weingut Karnburg begleitet.

Ein Pinot Noir vom Ausnahmewinzer Marcus Gruze vom Georgium am Längsee begleitete das Rinderfilet auf Schwammerlrisotto, das uns als Hauptspeise gebracht wurde. Wie auch bei den Gerichten zuvor, konnte unser Tisch die Begeisterung schwer zurückhalten.

Wer dann wirklich viel Zeit hat und sich speziell für Käse interessiert, der sollte sich die Erklärungen von Patrone Gottfried Bachler keinesfalls entgehen lassen. In seinem Haus wird ausschliesslich Rohmilchkäse gereicht, zumeist in seiner Reifekammer über lange Zeit zur Exzellenz gereift. Die Rohmilchkäse kommen zumeist von Nuart in Waisenberg oder von Astrid Fuchs im Gailtal.

Haubenkoch Gottfried Bachler, dessen Lokal als die Kärntner Käsehochburg gilt, bleibt aber sehr bescheiden. Als ihn – und das nicht zum ersten Mal – der französische Käsepapst Bernard Antony in Althofen besuchte, meinte er:  „Es ist wie wenn der Papst einem Pfarrer Audienz gibt.“

Direkt am Eingang gibt es noch einen kleinen Shop, in dem der Gast viele regionale Spezialitäten aus der Region auch für daheim erstehen kann. Was wäre denn ein Besuch in diesem wunderbaren Lokal ohne ein kleines Mitbringsel!

Das Essen fand auf Einladung des Vereins Marktplatz Mittelkärnten statt.

Restaurant Bachler

Silberegger Strasse 1 · 9330 Althofen · Tel. +43 4262 3835