Was vor über einem Jahr als nachhaltiger Zustellungsdienst von vegetarischen Bio-Mittagessen begann hat mittlerweile auch eine stationäre Niederlassung gefunden. Wir sind aber bequem und lassen uns das Essen bringen:

Über die Strassen sieht man die feschen Radeln ja schon oft durch Wien flitzen, klarerweise immer kurz vor der Mittagszeit. Rita Bringt’s stellt nämlich ausnahmslos mit Lastenfahrrädern zu, also komplett emissionsfrei (wenn man den Schweiß der armen RadfahrerInnen nicht einbezieht). Im Frühling letzten Jahres hatten Rita Huber und Gerald Költringer diesen neuen Lieferservice für ausschließlich vegetarische Mittagsgerichte gegründet. Bei diversen Veranstaltungen wie der Biorama Fair Fair im Wiener Museumsquartier konnten sich Interessierte auch stationär von der Qualität der Gerichte überzeugen.

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Kurz vor dem Start im April 2014 erzählte uns Rita Huber noch über ihr buntes Team: „Natürlich ist das keine One-Woman-Show. Ich bring’s ja auch nicht selbst, ich koche „nur“. Gerald und ich sind gleichberechtigte Geschäftsführer und unser Team besteht momentan aus vier sportlichen und hochmotivierten Radfahrern, die sich mit dem Ausliefern abwechseln. Eine Frau ist unter ihnen, was mich besonders freut. In der Küche helfen mir die flinken Hände von vier kulinarikbegeisterten und ernährungsbewussten Menschen. Auch die wechseln sich ab und helfen je nach Andrang. Wir haben hier eine ganz bunte Truppe zusammengestellt: ein Tadschike, der bereits oft für Hochzeiten gekocht hat, eine Ernährungswissenschaftlerin aus Bulgarien, deren Spezialität Cupcakes und Muffins sind, eine türkische Religionspädagogik-Studentin und fünffache Mutter, sowie eine sehr gewissenhafte rumänische Dolmetscherin. Ein Triathlet, eine Wildtiermanagement-Studentin aus Berlin, die bereits monatelang durch die Welt geradelt ist, ein oberösterreichischer BOKU-Student, der mit dem Lastenrad für die Radlobby unterwegs ist, und ein passionierter Rennradfahrer mit Geographiestudium bilden unser Lastenfahrrad-Team.“

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Wir haben auf der sehr übersichtlichen Website bestellt. Hier sind alle lieferbaren Gerichte genau aufgeführt: Es gibt täglich ein variierendes Hauptgericht und ein Gericht der Woche, das alle 5 Wochentage lieferbar ist. Ersteres kann man auch als Menü mit Salat oder der einen Wochensuppe bestellen. Und zwar alles bis einen Tag vor der Lieferung. So kann das Team Einkauf und Küche punktgenau planen und muss keine Übermengen produzieren. Weggeworfen soll hier nämlich gar nichts Vermeidbares werden.

Es zahlt sich übrigens aus, die Texte auf der Website alle ganz genau zu lesen: Manchereiner war nämlich schon einmal überrascht, dass die warm erhofften Suppen oder Hauptspeisen kalt angeliefert werden. Und das bedarf dann im Büro eine kleine Küche oder zumindest einen Mikrowellenherd, der bei der Zielgruppe vielleicht eher nicht das Non Plus Ultra ist. Anders ist es aber bei vielen Gerichten kaum möglich, sie zu erwärmen. Trotzdem ist die Anlieferung gar nicht anders möglich, bedient man sich ja auch einem Zeitfenster von 10.00 bis 12.00 Uhr. Unsere erste Bestellung war sogar schon um 9.45 im Büro. Zwar hatten wir im Zusatztext gebeten, eher zeitnah an Mittag zu liefern – der Lieferplan mit den Lastenrädern hat das aber wohl nicht zugelassen.

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Gegen 13.00 Uhr, als die Kollegen dann endlich Hunger hatten, machten wir uns über die Köstlichkeiten her. Der Grünkern Salsa Salat war richtig gut abgeschmeckt und auch nach Stunden noch knackig. Den letzten Kick konnte man zudem mit der mitgelieferten Zitronenspalte reinpressen. Der sogenannte Kick hat dem Kollegen dann bei der Tomatensuppe gefehlt, vielleicht hätte er sie doch aufwärmen sollen.

Die Hauptspeisen kosten zumeist knapp über € 8, in der Kombination als Menü mit Salat oder Suppe um die € 10. Das ist für gute Gerichte aus rein biozertifizierten Zutaten ein fairer Preis, geht aber wahrscheinlich auch nur mit vegetarischen Varianten. Apropos: Die meisten Gerichte kann man beim online-Bestellvorgang auch in der veganen Option ordern.

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Neben den Hauptgerichten gibt es auch immer ein paar ergänzende Bestellmöglichkeiten, wie Brot von Joseph oder Waldherr (Olivenstangerl oder Wachauer um € 1,20), Äpfel (€ 0,80) oder Limonaden von Pona (€ 2,80). Zum Mediterranen Grillgemüse auf Bohnenpaste mit Rucola-Salat braucht man dann auch definitiv ein Gebäck, die Bohnenpaste verlangt danach. Gekommen ist übrigens alles in einem Papiersackerl und ausführlicher MwSt-Rechnung. Salate und Hauptgerichte waren in Papierboxen verpackt, Suppe und Müsli in Bioplastik. Macht weit weniger Müll als bei konventionellen Essenbestellungen, das Sackerl nimmt der Lieferant auch gerne wieder zur weiteren Verwendung mit.

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Bei sämtlichen Gerichten sind die Zutaten und Gewürze detailliert angeführt, woher Rita die Zutaten bekommt wird auf der Website angeführt. Hier setzt man auf die bekannten Produzenten beziehungsweise setzt auf das biozertifizierte Sortiment von Großhändlern wie Adamah.

Einzig die neu entfachte Diskussion, ob wir nun nicht doch eine Mikrowelle ins Büro stellen sollten, hat mich enttäuscht.