Das Biodorf Seeham liegt im Herzen der Bio-Heuregion Trumer Seen Land. Das Bio-Hotel Schiessentobel selbst thront leicht erhöht auf einem Hang – und nur eine kleine Kuppel verhindert den direkten Blick auf den See. Aber keineswegs einen wunderbaren Ausblick, der auch von den Speiseräumen aus genossen werden kann. Der Hof wurde laut Familiengeschichte 1604 zum erste mal offiziell erwähnt und befindet sich seit damals im Familienbesitz. Die ganze Anlage profitiert vom sichtbaren Ursprung als Bauerhof. Die Gebäude mit den Zimmern und Ferienwohnungen oder auch das kleine Hallenbad und der Saunabereich wurden behutsam integriert.

(c) Salzburger Land

Der Schiessentobel wird von Hermann und Heide Rosenstatter betrieben, die Familie spielt aber in der Salzburger Bio-Szene und diversen Initiativen schon viel länger eine große Rolle. Robert Rosenstatter, der Bruder von Hermann, verschrieb sich bereits 1996 der Vermarktung und Entwicklung von Bio. Er ist auch der Obmann der Bio-Tourismusangebotsgruppe BioParadies SalzburgerLand. Der Vater der beiden ließ den Bauerhof schon 1994 Bio-zertifizieren. Naheliegend, dass auch das Hotel seit 2001 Bio-zertifiziert ist und mit seiner 100%-Bio-Philosophie als einer der Vorzeigebetriebe in Salzburg gilt. Gemeinsam mit anderen hat sich die Familie vor rund 15 Jahren zum Bio-Dorf Seeham zusammengeschlossen und gemeinsam daran gearbeitet, dass es in Seeham eine außerordentlich hohe Dichte an Biobetrieben und auch den Bio Fair Laden von Familie Wallner gibt. Bio wird hier als Zusammenwirken von Ökologie, Sozialem, Ökonomie und auch Kultur verstanden und gelebt.

(c) Martin Mühl

Das Hotel bietet auch Nicht-Hotelgästen die Möglichkeit gegen Voranmeldung das Abendmenü zu genießen. Jeden Tag gibt es zwei Menüs –  eines davon vegetarisch und auf Wunsch vegan – bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise und Dessert. Bei unserem Besuch gab es als Suppen eine Frittatensuppe und eine cremige und intensiv gemüsige Kürbissuppe. Bei den Hauptspeisen standen ein Naturschnitzel mit Reis und Champignonsauce und mit Käse überbackene Zuchini mit Kartoffelpüree zur Auswahl.

(c) Martin Mühl

Wobei das Pürree fantastisch cremig, ja beinahe flauschig ausfiel und besonders in Erinnerung blieb. Zur Nachspeise gab es eine Beerencreme oder einen Apfelstrudel.

(c) Martin Mühl

Mit 20 Euro für ein komplettes Menü sind die Preise im Schiessentobel angenehm kalkuliert. Die Speisen waren eher klassisch angerichtet und verzichteten auf ausgefallene Ideen. Die Portionen waren nicht klein – aber auch nicht in den oft üppigen Ausmaßen von Landgasthöfen. Auch bei den Getränke wird auf Bio geachtet – beim Wein gab es je vier offene Weiß- und Rotweine zur Auswahl, das Bier kommt naheliegend vom Salzburger Biobier-Pionier Brauhaus Gusswerk. Der Schiessentobel ist ein angenehmer Familienbetrieb mit langer Tradition und großem Engagement für Bio – das Speisenangebot ist geradlinig und qualitativ ansprechend.

Schiessentobel
Schießentobel 1
5164 Seeham
www.schiessentobel.at