Der Schützenwirt liegt in der kleinen Ortschaft St. Jakob am Thurn südlich von Salzburg und verbindet kulinarischen Genuss mit Kultur. Das angeschlossene Kulturzentrum bietet allerlei Veranstaltungen von Konzerten zwischen Jazz und Klassik, bis zu Kabarett und Theater. Interessierte buchen am besten gleich Kombinationen aus Kultur-Event und Verpflegung. Geboten werden hier leichte Menüs davor, feinste Weine zur Pause und ausgiebiges Dinieren danach. Aber auch abseits davon ist der Schützenwirt ein zu Recht beliebtes Ausflugsziel. Das Lokal liegt wenige Meter entfernt von einem Weiher, der sich auch mit Kindern in angenehmer Zeit umrunden lässt und mit Wald und Wasser eine feine Einstimmung auf die Gegend verspricht. Das Lokal preist sich seit 2005 als 100% Bio-Zertifiziert.

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Oktopus

Wir waren erst Ende Oktober zu Gast und konnten nach dem Spaziergang noch den Gastgarten in der Mittagssonne und teilweise kurzärmlig unser Essen im Freien genießen. Die Karte im Schützenwirt ist saisonal und geprägt von großer Vielfalt, ohne dabei unüberschaubar zu werden. Eine mehrgängiges Menü rundet das Angebot ab. Wir entschieden uns als Vorspeise für einen Salat »Schützenwirt« und den Oktopus mit Lauch, Bohnen und Limetten-Ingwerdressing. Letzterer ist wie wenige andere Produkte auf der Karte ausgewiesen natürlich nicht bio, aber möglichst nachhaltig und schonend gefangen, absolut angenehm erfrischend und bissfest. Die Lieferanten werden im Schützenwirt ziemlich vollständig in der Karte genannt: So kommt das Brot vom Demeter-Bäcker Wolfgruber aus Anger. Der Salat des Hauses kommt mit angebratenen Pilzen und Speck. Ein leichtes Dressing und sehr viel verschiedenes Gemüse machen die große Portion zum Genuss.

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Salat »Schützenwirt«

Zur Hauptspeise nehmen wir in dieser Saison nicht zum ersten Mal Zweierlei vom Hirsch. Diesmal als rosa Rücken und als faschiertes Laibchen auf den Punkt gebracht. Das Fleisch wird auf Karfiolcreme gebettet und von würzigen Kürbiskernschupfnudeln umrandet. Eine angenehm kreativere Variante, als das reine Vertrauen auf die auch hier braune, intensive Sauce, die auch hier den Teller ziert. So angerichtet schmeckt man auch die anderen Zutaten.

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Zweierlei vom Hirsch

Als vegetarische Hauptspeise wählen wir die Steinpilzknödel. Hier wurden die Pilze nicht als Fülle genutzt, sondern in die Masse eingearbeitet und werden mit saftigem Kraut serviert. Die Ankündigung von Rauchkas und brauner Butter lassen ein sehr mächtiges Essen vermuten, eine gewissenhafte Dosierung von beidem beugt dem aber vor.

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Steinpilzknödel

Obwohl man nun trotzdem schon angenehm satt ist, der Zwetschken-Crumble muss als Dessert noch probiert werden. Frisch zubereitet muss man zwar 15 Minuten warten, dafür gibts dann herrlich warme Früchte mit knusprigem Crumble und sehr feines selbstgemachtes Sauerrahmeis.

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Zwetschken-Crumble

Das Team um Küchenchef Klaus Petz zelebriert die Gastronomie eingebettet in die Natur des Umfelds und die kulturellen Ereignisse des Veranstaltungszentrums. Die Einrichtung setzt eher klassisch auf helles Holz, das Ambiente unterscheidet sich nur bedingt von anderen Lokalen. Ganz im Gegensatz zum freundlichen und kompetenten Service und den wirklich in jeder Hinsicht gelungenen Speisen. Preislich ist der Schützenwirt auf leicht gehobenen Niveau, gemessen an der Qualität aber geradezu günstig: Brettljausn gibt es um 7,5 Euro, Suppen um die fünf Euro und die wenigsten Hauptspeisen überschreiten – und wenn dann nur knapp – die 20 Euro-Grenze. Ein rundes und erfreuliches Angebot, das kulinarisch komplett überzeugt und in einem Umfeld passiert, das man immer wieder gern besucht.

Der Schützenwirt  Dorf 96, 5412 St. Jakob am Thurn, info@derschuetzenwirt.at