In der gehobenen Heurigenküche des Nikolaihof wird Traditionelles aus der Wachau zu Außergwöhnlichem. Natürlich in bester Bio-Qualität.

© Jana Wachtmann

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Nicht jede Berghütte ist einfach nur eine Berghütte, und nicht jeder Heurige ist einfach nur ein Heuriger. Ganz im Gegenteil: Der Nikolaihof der Familie Saahs ist in vielerlei Hinsicht besonders.

In Mautern an der Donau, dem „Tor zur Wachau“, gelegen, gleich vis-à-vis von Krems-Stein, sind Weingut und Weinstube Teil eines der tatsächlich schönsten Landstriche Österreichs. Zu Recht gilt die Region mit ihrem malerischen Flusstal, den historischen Kulturschätzen und den teils auf steilen Terrassen gelegenen Weingärten als UNESCO-Weltkulturerbe. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder bei einer Schifffahrt – man sollte es einmal erlebt haben.

© Jana Wachtmann

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Ähnlich verhält es sich mit dem Nikolaihof. Während die wesentlichen Bauelemente seines heutigen Erscheinungsbildes auf das 15. Jahrhundert zurückgehen, reicht die Geschichte des Weinguts sogar 2000 Jahre bis in die Römerzeit zurück. Das Anwesen lädt förmlich ein zum Streifzug durch die unterschiedlichen Epochen. Und auch die Weinstube selbst ist von Geschichte und Tradition durchweht, wobei man – wenn es die Jahreszeit erlaubt – aber am besten im großen Hof Platz nimmt, in dem eine 107 Jahre alte Kaiserlinde beeindruckende Kulisse und angenehmen Schatten spendet. Wenn dort an einem schönen Sommertag ein leichter Wind die Blätter rascheln lässt, ist das atmosphärisch kaum zu überbieten.

© Jana Wachtmann

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Zumindest genauso besonders ist der Wein aus Österreichs – so heißt es – ältestem Weingut. Dass einige der Wachauer Weißweine (vor allem Grüner Veltliner und Riesling) zu den besten der Welt zählen, hat nämlich auch mit dem Nikolaihof zu tun. Die Familie Saahs bewirtschaftet ihren Betrieb dabei biologisch-dynamisch nach den strengen Regeln des Demeter-Bundes, was diese tatsächlich edlen Tropfen zum noch größeren Genuss macht.

© Manuel Fronhofer

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Und dann natürlich: das Essen! Der Nikolaihof steht schließlich für gehobene Glas- wie Tischkultur. Traditionelle Wachauer Gerichte mit Zutaten aus (hauptsächlich) biologischer Landwirtschaft, regional und saisonal, Kräuter aus dem eigenen Garten, selbst gebackenes Brot – nicht alles notwendigerweise komplex, aber immer sehr, sehr delikat.

© Manuel Fronhofer

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Etwa die in der Pfanne angerösteten Speckzwetschken (8 Stück, € 8,–) – das Äußere salzig und knusprig, während das süße Innere auf der Zunge zergeht. Ähnlich einfach, ähnlich gut: der Rosenblütensalat (€ 8,–), ein Blattsalat mit Rosenblüten, Traubenkernöl und gerösteten Laberlschnitten (vulgo Brotchips). Die Paradeissuppe (€ 4,50) wiederum schmiegt sich in ihrer zarten Cremigkeit raffiniert an ein intensiv-frisch schmeckendes Basilikumnockerl.

© Manuel Fronhofer

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Und erst die Hauptspeisen! Die Brennnesselknödel (€ 14,–) werden mit gerösteten Hefeflocken, einem knusprig herausgebrutzelten Büschel Brennnessel („Brennnesselchips“) und Blattsalat serviert. Dass es nicht zu gesund wird, dafür sorgt der Butterspiegel, mit dem sich dieses feine Gericht den Teller teilt. Das würzige Wildragout mit Serviettenknödel und Senffrüchten (€ 16,50) – eine weitere Leckerei aus der Küche der Christina Saahs.

© Jana Wachtmann

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Mit der Nachspeise mag man sich – angesichts der ordentlichen Portionen, die im Nikolaihof serviert werden – vielleicht schon schwer tun. Man kann die wunderbar weichen Marillenknödel (2 Stück, € 7,50) mit Butterbrösel und traumhaft-gutem Marillenröster aber natürlich auch teilen. Als krönender Abschluss ist dieses herrliche, traditionelle Gericht aus der Wachau in jedem Fall Pflicht.

© Manuel Fronhofer

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Übrigens: Wer will, kann am Weg nach draußen noch ein Kochbuch mit Rezepten der Hausherrin erwerben und sich dann zu Hause selbst an diesem feinen Essen versuchen – oder nicht und die Gerichte einfach aus Profi-Hand in allerbester Erinnerung behalten.

Nikolaihof Wachau
3512 Mautern, Nikolaigasse 3, +43 2732 829 01
Von Ende April bis November mittwochs, donnerstags und freitags ab 17 Uhr, samstags ab 12 Uhr geöffnet – durchgehend warme Küche bis 21 Uhr