Bio aus dem Supermarkt mag einigen ein Dorn im Auge sein, ist aber mit Sicherheit für den hohen Bioanteil in der heimischen Lebensmittelbranche verantwortlich. Nicht umsonst ist Österreich Bioeuropameister. Wir werden in regelmäßigen Abständen Bio-Produkte aus den Regalen testen.

Bio ist längst nicht mehr nur der Bio-Gemüsestand am Wochenmarkt oder die extra gekennzeichnete Abteilung bei den Obst- und Gemüseregalen. Produkte, die gänzlich ohne Chemie, Pflanzenschutz etc auskommen wollen haben schon längst auch im Convenience-Bereich Einzug gehalten. Wenn man sich auf der Nürnberger BioFach – der Weltleitmesse für die Biobranche – den Neuheitenbereich ansieht dann gibt es im Foodsegment fast ausschliesslich nur mehr Convenienceartikel. Biopizza, Biolasagne, Biogewürzmischung und noch viel mehr.

Der Neuheitenstand auf der Biofach (c) BioFach.de

Der Neuheitenstand auf der Biofach (c) BioFach.de

Beim Merkur haben wir vor kurzer Zeit die Suppenvariationen von Roggenkamp Organics im Convenience Regal entdeckt. Vier verschiedene Geschmacksvariationen werden im 260 ml Plastikbecher (PolyPropylen) um € 2,79 angeboten. Wir haben uns zum probieren einmal für die Varianten Rote Rüben-Wasabi und Tandoori-Linsen entschieden. Zur Auswahl standen in der Vegan-Edition auch noch Tomate-Kokos und Kürbis-Kokos.

Auf Vorrat kann man sich die Produkte nicht kaufen, die am Etikett versprochene Frische läuft tatsächlich wenige Tage später aus. Vom Produktionsstandort nahe dem deutschen Gütersloh bis in meine Filiale sind es übrigens 950 km. Denke aber, daß die Plastikbecher noch mindestens einen Umweg über Großhandel oder Zentrallager fahren mussten. Für meinen Geschmack sollte ein Produkt, daß man leicht hier in selber Qualität herstellen kann, im Bio Segment nicht so weit reisen. Von der Polypropylenverpackung ganz abgesehen. Übrigens: Laut Verpackungstext wird auch Erwärmen in der Plastikverpackung in der Mikrowelle empfohlen. Ich habe mich dann doch für die langsame und schonende Aufwärmevariante im kleinen Kochtopf entschieden.

Bei der Sprache hat sich der Hersteller aus Nordrhein-Westfalen zumindest für den Export für den Namen Rote Rüben statt wie dort üblich Rote Beete entschieden. Ein sympathischer Zug. (In der Zitatenliste kommen dann aber statt Rüben nur Beete vor). Die Suppe schmeckt sehr angenehm, Wasabi hätte ich mir in dem Fall etwas dominanter gewünscht. Sie kommt mit einem hohen Rohrzuckeranteil doch eher süss rüber. Nach einem Drittel der Tasse habe ich dann selber nachgewürzt. Am nächsten Tag wollten wir die Suppe mit den Tandoori-Linsen probieren.

Im Gegensatz zur Suppe vom Vortag finden wir die Zutatenliste auf der Verpackung nicht mehr so appetitlich. Unter anderem finden sich in diesem zertifizierten Bioprodukt natürliche Aromen, Verdickungsmittel, Carageen, Sojalecithine, Gummi Arabicum, Jetzt nichts für ungut, mögen diese Sachen auch der Zertifizierung entsprechen, aber würden sie jemals solche Dinge in eine selbstgemachte Linsensuppe geben? Achja. Die Suppe muss ja mindestens 935 km in der Plastikverpackung bestehen. Geschmacklich überrascht uns die Mischung sehr positiv. Der typische Geschmack, den die bekannten Hühnergerichte aus dem Tandoori-Ofen haben, kommt auch in dieser Linsensuppe durch und wurde durch die Zugabe von Tandoori-Masala erreicht. Bei dieser Suppe hätte der Becher für mich gerne etwas größer sein können. Oder sagen wir mal so: Beim nächsten mal koche ich mir sowas wieder selber. Bio, von mir aus auch vegan, aber vor allem regionaler. Linsen gibt es in Bioqualität nämlich nun von Lemberona auch aus österreichischem Anbau. Übrigens auch bei Merkur erhältlich. Für Singles oder schnell als Büromahlzeit sind die Suppen von Roggenkamp aber bestens geeignet und besser als so manch andere Schnell- bzw Convenience-Varianten.