Den Bio-Pionier Norbert Hackl von Labonca haben wir an dieser Stelle mit seinem Weideschlachthaus schon vorgestellt. Mit nahgenuss präsentiert sich nun ein weiteres innovatives steirisches Unternehmen mit Schweinefleisch aus zertifiziert biologischer Züchtung.

Micha und Lukas Beiglböck (v.l.n.r.) (c) Julia Rauchenberger

Micha und Lukas Beiglböck (v.l.n.r.) (c) Julia Rauchenberger

Das Gute liegt oft nah, nur wissen muss man es. In diesem Fall ist das Gute Bio-Schweinefleisch. Das Wissen darüber, wo man es bekommt, gibt es seit neuestem auf der Onlineplattform nahgenuss.at.
Micha und Lukas Beiglböck aus Graz bringen damit Kunden und Bio-Schweinefleisch-Direktvermarkter zusammen. Per Mausklick kann das Fleisch direkt bestellt werden. Die beiden Brüder aus Graz motiviert das steigende Interesse der Kunden an Bio-Qualitätsfleisch. „Wir kennen  viele Bio-Bauern, die sich für Fleisch (weil es ja eine besondere Logistik braucht) keine gut funktionierende Vertriebsschiene aufbauen können. Dafür ist nahgenuss.at jetzt da“, erklären sie.

Schweine auf der Weide am Bio-Arche-Hof Glatz (c) Lukas Sauseng

Schweine auf der Weide am Bio-Arche-Hof Glatz (c) Lukas Sauseng

Der Kunde hat direkt mit dem Bauern Kontakt. Mit ihm können dann auch diverse Details geklärt werden. Der Kunde bestellt – mindestens – ein ¼ Schwein. Das sind rund 20 kg oder zwei Fächer in der Tiefkühltruhe. Ist das ganze Schwein verkauft, wird es geschlachtet und der Kunde kann es – in Teile zerlegt – abholen. In manchen Fällen wird es sogar geliefert. Jeder Bauer hat seine Lieferzeiten, mancher schlachtet jede Woche, der andere viermal im Jahr.  „Die Bauern verkaufen das Schwein ‚von der Nase bis zum Schwanz‘. Daher gibt es keinen Verkauf einzelner ‚Gustostückerln‘. Bio-Schweinefleisch hat einfach höchste Qualität. Da können alle Teile des Tieres schmackhaft zubereitet werden“, so die beiden nahgenuss-Gründer.

Bezahlt wird direkt bei den Bio-Bauern. Micha Beiglböck: „Die nahgenuss-Bauern können für das Bio-Schweinefleisch einen günstigen Preis anbieten, da der Zwischenhandel wegfällt.“

Schweine im Stall am Biohof Schanes (c) Lukas Sauseng

Schweine im Stall am Biohof Schanes (c) Lukas Sauseng

Chance für kleine Bio-Bauern

Bio-Schweinefleisch hat einen ganz geringen Marktanteil. Nur 2 Prozent kommen aus ökologisch nachhaltiger Landwirtschaft. Bio-Schweine können Sonne, Regen und Wind spüren und rasten auf Stroheinstreu – so wie es sein sollte. Das Futter kommt fast immer vom eigenen Hof und wird nicht aus Übersee importiert. Und: „Bio-Schwein schmeckt viel besser!“, ist Micha Beiglböck überzeugt.

Micha Beiglböck: „Wir sehen nahgenuss.at als Beitrag zur Förderung besonders der kleinen bäuerlichen Familienbetriebe. Gerade beim Schweinefleisch ist der Marktdruck für die Bauern groß. Es heißt: Entweder Ställe mit mehreren hunderten oder sogar tausenden Schweinen oder zusperren. Dabei gibt es – davon sind wir überzeugt – genügend Konsumenten, die gutes Fleisch suchen und bisher nicht wussten, wo sie es bekommen können. Jetzt ist es ganz einfach: Auf nahgenuss.at.“