In einer Pressekonferenz stellte Transgourmet Österreich heute ihre neue Gastrolinie vor, die für mehr Nachhaltigkeit auf der Speisekarte sorgen soll. Mit einer Studie wollen sie das Konzept zum Start untermauern.

Der Oberösterreichische Transgourmet Österreich GmbH war früher als C & C Pfeiffer bekannt: Vorrangig als Großhändler für die Gastronomie, aber auch durch ihre Endverbrauchermärkte Unimarkt und Zielpunkt. Letzterer ist bekanntlich Geschichte. Als Tochter, der in Basel residierenden Transgourmet, die zur Schweizer Coop-Gruppe gehört, führt man aber weiter diverse Eigenmarken für Handel und Gastronomie. Im Biobereich ist das Natürlich für uns, die auch von anderen Märkten wie zum Beispiel M Preis vertrieben wird.

„Nachhaltigkeit ist das neue Bio“

Schlagworte sind leicht gesagt in der Branche. Zuletzt war ja immer Regional das neue Bio. Dass das Thema Nachhaltigkeit in aller Munde ist, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, zeigt eine aktuelle repräsentative Studie. Im Auftrag von Transgourmet Österreich befragte das österreichische Online-Marktforschungsinstitut Marketagent.com im November 2016 mehr als 500 Personen österreichweit zum Thema „Nachhaltig essen gehen“. Daraus geht klar hervor, dass das Thema gerade im Bereich Food & Gastronomie mehr als nur ein kurzfristiger Trend ist, sondern zusehends eines der wesentlichen Kriterien der Kaufentscheidung wird. Kern der Studienergebnisse: Nachhaltigkeit ist das neue „bio“. Immer mehr Menschen interessieren sich für die Herkunft und Produktionsweise der Lebensmittel, die sie konsumieren. Und: Die Konsumenten sind bereit, das Engagement auch zu honorieren und mehr zu bezahlen, wenn der Mehrwert klar ersichtlich ist.

Österreicher gehen gerne essen …

Im Zuge der Befragung zeigte sich, dass die Österreicherinnen und Österreicher durchaus gerne auswärts essen: 8 von 10 Befragten gehen zumindest einmal monatlich in ein Restaurant; rund ein Drittel der Befragten gaben an, ein- bis mehrmals wöchentlich essen zu gehen – und zwar ohne dabei das Kantinenessen miteinzubeziehen. Ein Viertel der Befragten geht mehrmals pro Monat essen, weitere 22 Prozent gehen zumindest einmal monatlich in ein Lokal. Grund genug für Österreichs Gastwirte also, sich um diese ess-freudige Kundschaft zu bemühen und im harten Konkurrenzkampf mit Besonderheiten zu punkten.

… und wollen wissen, woher das Essen auf ihren Tellern stammt

Interessant für Gastronomen ist dabei vor allem eines: Mehr als 62 Prozent – also nicht ganz zwei Drittel – derjenigen, die zumindest einmal monatlich auswärts essen gehen, interessieren sich dafür, woher das Essen stammt, das auf ihren Tellern landet. Bemerkenswerterweise sagen das Männer und Frauen fast im gleichen Ausmaß und zwar egal, ob sie quasi täglich oder nur einmal pro Woche essen gehen. Lediglich diejenigen, die nur einmal pro Monat ein Lokal besuchen, legen etwas weniger Augenmerk auf den Ursprung der ihnen servierten Gerichte.

Fleisch, Wurst, Eier und Fisch: Woher stammst du?

Betrachtet man die Speisen nun im Detail, sind es besonders Fleisch und Wurstwaren, bei denen die Herkunft sowie weiterführende Details zum Produzenten für die Restaurantbesucher wichtig ist – neun von zehn Befragten (86 Prozent) zeigen daran Interesse. Auch bei Eiern (63 Prozent), Fisch und Gemüse (bei beiden jeweils etwas mehr als die Hälfte der Befragten) beschäftigt es die Menschen, von welchem Herkunftsbetrieb die Produkte stammen. Bei Brot und Backwaren interessiert sich ein Drittel der Konsumenten für deren Herkunft. Auffallend dabei: Je älter die Lokalbesucher, desto eher wollen sie wissen woher ihr Essen stammt.

Nachhaltigkeit: Tierhaltung, Produktionsbedingungen, regionale Nähe

Befragt nach den einzelnen Aspekten von Nachhaltigkeit ist es besonders die artgerechte Tierhaltung, die fast jedem Gast ein Anliegen ist – Frauen noch etwas mehr als Männern. So stufen neun von zehn Restaurantgästen diesen Aspekt als „sehr wichtig“ bzw. „eher wichtig“ ein. Nur drei Prozent interessieren sich dafür überhaupt nicht. Die nachhaltige Produktion der Lebensmittel ist insgesamt acht von zehn Befragten ein „sehr wichtiges“ bzw. „eher wichtiges“ Anliegen – ob die Produkte auch biologischer Herkunft sind ist dabei etwas weniger relevant: 70 Prozent sagen, dies sei „sehr wichtig“ bzw. „eher wichtig“.

Nachhaltigkeit hat seinen Preis – der auch bezahlt wird

Zum Abschluss der Studie kam die „alles entscheidende Frage“, ob und wie viel die Restaurantbesucher nun auch tatsächlich bereit wären, für die eingeforderte Nachhaltigkeit mehr zu zahlen. 87 Prozent der Gäste sind bereit, im Restaurant mehr Geld auszugeben, wenn klar nachvollziehbar ist, woher die Zutaten und verwendeten Produkte stammen und wie die Tiere gehalten wurden! Die Mehrheit – ca. 30 Prozent – würde einen Aufpreis zwischen sechs und zehn Prozent hinnehmen. Ein weiteres knappes Viertel würde sogar bis zu 20 Prozent mehr zahlen, und immerhin noch mehr als jeder Zehnte wäre bereit, mehr als 20 Prozent draufzulegen. Frauen sind dabei etwas großzügiger als die männlichen Lokalgäste, und den größten Mehrpreis würde die Gruppe der Unter-30-Jährigen hinnehmen.

Auf diese Studie begründend, baut Transgourmet auf den Erfolg der neuen Marke VONNATUR. Authentische Produktgeschichten und nachhaltiges Wirtschaften nach klar definierten, transparenten Nachhaltigkeitskriterien. Die Produkte stehen für klar benannte Herkunftsregionen und eine Herstellung, bei der Tradition und die Philosophie der Produzenten – die auch im Mittelpunkt der Kommunikation stehen – einfließen. Wesentlich bei jedem Produkt ist auch die Geschichte die dahinter steht – und die den Gastronomen als Asset für ihre Restaurantbesucher mitgegeben wird. Gestartet wird mit hundert außergewöhnlichen Produkten aus den Kategorien Fleisch und Fleischerzeugnisse, Fisch, Molkereiprodukte und Getränke – bis Ende des Jahres sollen 80-100 weitere Produkte im Sortiment dazu kommen. Mit dabei ist auch Biofischzüchter Alexander Querster aus Gusswerk bei Mariazell: „Wir sind sehr stolz, nach einem strengen Auswahlverfahren im Kreis der Vonatur Produzenten aufgenommen worden zu sein.“ Auch die Brüder Obauer sind Fans der ersten Stunde. Rudi Obauer im Rahmen der Pressekonferenz: „Vonatur spiegelt ende Philosophie wider, die wir seit Jahren umsetzen“