Das Waldviertel und seine 72 Geschmackserlebnisse. In einer moderierten Menüfolge durch 5 Gänge mit Tee-, Bier-, Wein- und Whiskybegleitung durften wir einige davon verkosten.

DSC05693

Eine Gruppe herausragender Produzenten und Vermarkter aus der nördlichsten Region Österreichs machten sich auf in die Hauptstadt um uns zu zeigen, daß sich im Waldviertel die Natur von seiner geschmackvollsten Seite zeigt. Das Gasthaus Möstlinger der Familie Taudes in der Nähe des Praters eignete sich hervorragend. Gilt der Betrieb unter Insidern ja schon als die kulinarische Waldviertler Botschaft in Wien.

DSC05715

Dem Aperitiv (kalter Sonnentor Kräutertee mit Apfelminze oder Zwettler Saphir) folgten Dreierlei Käse mit Mohn, Blüten und Speck. Zweiterer, ein Fischkäse vom Schaf im Blütenmantel war der Star des Tellers.

Dem Rote Rüben/Pastinakensüppchen mochte man nicht anhaben, daß es eigentlich ein Convenience-Packerlprodukt vom Biospezialisten Sonnentor ist. Hannes Gutmann persönlich erklärte die neue Produktlinie und bewarb Tees als Speisebegleiter für alle Gänge.

Dem darauffolgenden Fischgang, einem Karpfenfilet in Mohnpanade auf bunten Erdäpfelsalat begleitete ein Riesling Steinmassl vom Sax im Kamptal. Dem Waldviertler Karpfen ist eine Genussregion gewidmet, sein Geschmack zeichnet sich durch seinen zarten, arttypischen Geschmack aus. Durch die Haltung und das langsame Wachstum bekommt er ein fettarmes, kerniges Fleisch.

DSC05731

 

Aber auch dem Fleisch sollte ein Gericht gewidmet sein und da hatte man mit Roman Schober einen besonders nachhaltig arbeitenden Produzenten eingeladen. Im Familienbetrieb seiner Bio Wurstmanufaktur bei Gars am Kamp wird zu 100% Bio aus artgerechter Tierhaltung gearbeitet. Am geschmorten Schulterscherzel vom Waldviertler Blondvieh war dies zu erkennen. Saftig und kräftig im Geschmack.

DSC05747

 

Das nach dem bunten Erdäpfelsalat aus alten Sorten zum Fisch nun auch der Fleischgang von einem Strudel aus Erdäpfeln begleitet wurde ist für das Waldviertel wohl typisch. Nirgendwo sonst – so behaupten zumindest die Waldviertler – entfaltet der Erdäpfel eine solch große Aromavielfalt. Dieses Thema zu vertiefen war ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr geneigt, zusehr hab ich das kräftige Zwettler Zwicklbier genossen. Dafür wurde durch die Braufamilie Schwarz sogar wieder der Hopfen im Waldviertel kultiviert.

Die Desertvariationen waren vom Mohn geprägt: Mohnparfait, Mohnnudeln. Was konnte jetzt noch kommen? Der Abend war ohnehin schon spät, die verwöhnten Gemüter schon satt und zufrieden. Ganz hinten aber waren noch etliche Verkostungsgläser aufgebaut und ein paar dunkle Flaschen reihten sich neben Schaugläsern voller Roggenkörner.

DSC05752

 

Es waren die Destillate aus der Whiskyerlebniswelt der Familie Haider. Aus Roggen. Klar, der Ort heisst ja auch Roggenreith, und ist seit Jahrhunderten von Roggenfeldern umgeben. Die Faszination des Waldviertler Whiskys bringt jährlich tausende Schau- und Kostlustige ins Waldviertel. Neben dem Special Rye Malt Nougat, der die Nougatnote stark in der Nase aber kaum in Antrunk hatte, blieb mir vorallem auch der hochprozentige Whiskylikör in guter Erinnerung. Bei ein paar Schluck mehr wäre das kaum mehr möglich gewesen.